sh was die kinderseele stark macht

Anregungen + Konzepte für die Persönlichkeitsentwicklung…

Petra Reeg-Herget
Broschiert: 232 Seiten; Verlag: Rosamontis; 1. Auflage (Oktober 2008);
ISBN-13: 978-3940212214; Preis 14,90 EUR

Statt einer Anleitung zur „normgerechten Entwicklung” von Kindern finden Sie hier Anregungen, wie Sie die Persönlichkeitsentwicklung Ihres Kindes fördern können. Ein Buch, das das Konzept der »Emotionalen Kompetenz« nach Claude Steiner umsetzt auf die alltäglichen Erfordernisse in Familie, Kindergarten und Schule!
Die gesunde Gestaltung von Beziehungen bildet die Grundlage der menschlichen Entwicklung. Die erlernt jeder Mensch in prägender Weise in der frühen Kindheit.
Gerade in der heutigen Zeit, in der die Bedeutung der Vernunft, des Lernen und des Wissentransfer die Kindererziehung prägt und die emotionale Entwicklung oft massiv vernachlässigt wird, sind die in diesem Buch vermittelten Gedanken und Empfehlungen grundlegend wichtig. Denn die seelischen / psychischen Probleme, die durch eine emotional ungünstige Kindheit entstehen, nehmen massiv zu und müssen immer öfter durch teure, zeitaufwändige Therapie bearbeitet werden.
Wenn Sie als Eltern oder Kindergärtner oder Lehrer mit Kindern und Jugendlichen leben / arbeiten, können Sie mit den in diesem Buch vorgestellten Anregungen zu einer gesunden Entwicklung von jungen Menschen zu starken Persönlichkeiten beitragen.

Besonders beeindruckt hat mich in dem Buch die Beschreibung, wie Erzieher / Lehrer / Kindergärtner usw. damit umgehen können, wenn sie einen harten, rigiden Erziehungsstil nicht mittragen wollen, den aber die Eltern des Kindes praktizieren. Das Kind darf nicht gegen die Eltern aufgebracht werden und wenn man seinen Job in Kindergarten oder Schule länger behalten will, sollte man auch nicht mit den Eltern in Streit gehen. Aber die Situation einfach achselzuckend hinnehmen, ist für einen ehrlich arbeitenden Erzieher, Lehrer, Kindergärtner sicher unerträglich.
Der Schlüssel liegt gemäß der Autorin darin, dass man die Kinder dazu anleitet, sich situationsabhängig mal die Erlaubnis zu einem bestimmten Verhalten zu geben und mal eben nicht. Hierdurch erleben sich die Kinder wieder als selbstwirksam, die Situation selbst mitgestalten zu können, statt immer nur ausgeliefert zu sein.

Das Buch liefert viele hilfreiche Anregungen und veranlasst den Leser, auch mal andere Sichtweisen zuzulassen. Andererseits habe ich erkannt, dass die Eltern oftmals schon vor der Elternschaft selbst erhebliche Probleme hatten und diese über das Miteinander mit den Kindern sichtbar werden!
Es gibt einen besonderen Zweig der Schematherapie, die sich an Kinder und Jugendliche richtet und deren besondere Entwicklungsphase sowie die enge Eingebundenheit in den elterlichen Rahmen berücksichtigt. Die grundsätzliche Überlegung ist: Das Kind weckt in seinen Eltern die Erinnerungen an die eigene Kindheit und das, was man damals gar nicht oder zu wenig oder zu viel bekommen hat. Wurde eine Mutter in ihrer Kindheit mit wenig Zuwendung und Nähe behandelt, so kann es sein, dass sie mit ihrem eigenen Kind jetzt im Übermaß das geben will, was ihr damals nicht zukam. Oder sie möchte dem Kind deshalb keine Zuwendung geben, weil es sie sonst schmerzhaft daran erinnert, was sie selbst so selten bekommen hatte.

Diese Vorgänge berücksichtigt das Buch nicht. Deshalb meine ich, ist es wertvoll, Anregungen zu liefern und Situationen zu verbessern. Grundlegende Änderungen bei schwierigeren Problemen sind aber damit kaum möglich.


Verlags-Beschreibung:

Was die Kinderseele stark macht – ein unverzichtbarer Leitfaden für Eltern und Erzieher, die Antworten in Konflikt- und Krisensituationen, bei Entscheidungsfindungen, in Überforderungssituationen und den kindlichen Wachstumsprozessen suchen.
Mit großer Sensibilität nennt Petra Reeg-Herget zahlreiche Beispiele aus ihrer langjährigen pädagogischen Arbeit mit Kindern und Eltern, und zeigt die Arbeitsweise der Transaktionsanalyse bei der Begegnung mit Kindern in der frühen Kindheit — der besonders prägenden Lebensphase — auf. Dabei ist es ihr ein großes Anliegen, die Kinderseelen zu stärken.

„Das vorliegende Buch ist eine Fundgrube für Menschen, die sicherer werden wollen im Umgang mit den Bedürfnissen und Gefühlen von ihnen anvertrauten Kindern. Dass die Autorin nicht bei der Forderung nach einer tragfähigen Beziehung, liebevoller Atmosphäre und achtsamer Spiegelung von Stimmungen der Kinder stehen bleibt, sondern ganz konkrete Ideen und Materialien anbietet, macht dieses Buch so kostbar.” Dörthe Verres (Dipl.Psych.)

Was die Kinderseele stark macht ist Fachbuch und Ratgeber zugleich. Nicht nur Erzieher und alle mit pädagogischem Arbeitsfeld werden in diesem Leitfaden zahlreiche Antworten und Impulse für die Praxis finden, auch Eltern können anhand der leicht verständlich geschriebenen Texte und Beschreibung von unterschiedlichen Konzepten sowie Spiel- und Bastelmaterialien, aber auch durch Beispiele verschiedener Konfliktsituationen mit Kindern Hilfestellung für das harmonische Miteinander in der Familie erfahren.

Im Anhang des Fachbuches findet der Leser zahlreiche Buchtipps. Übersichtliche Grafiken, Liedvorschläge und Beispiel-Fotos aus dem Kindergartenalltag runden dieses Kompendium ab.


Zum Begriff Emotionale Kompetenz:

Derzeit wird dieser Begriff leider für alles Mögliche missbraucht. Das ursprüngliche Konzept stammt von Claude Steiner und begründet sich auf Methoden der Transaktionsanalyse. Diese arbeitet mit dem Modell aus Erwachsenen-ICH, Kind-ICH und Eltern-ICH und erklärt damit Vorgänge in der Gestaltung von menschlichen Beziehungen. Das gleiche Modell, jedoch in vereinfachter Form, verwendet auch die Schematherapie (eine hoch effiziente Therapieform, in der tiefenpsychologische und verhaltenstherapeutische Ansätze miteinander verbunden sind).

Nachdem ich mich in die Schematherapie eingearbeitet hatte, dachte ich mir, dass eine förderliche gesunde Gestaltung der Kindheit und der Jugendzeit die meisten Psychotherapien unnötig machen würde! Das wäre zugleich die beste Form der Vorsorge. Bei Claude Steiner und seinen Arbeiten zu »Emotionale Kompetenz« aber auch in den Büchern von Gerald Hüther »Jedes Kind ist hochbegabt« und »Was wir sind und was wir sein könnten« bekam ich die Antworten.

Während Gerald Hüther aus der Sicht des Hirnforschers die Bedürfnisse eines (jungen) Menschen betrachtet und daraus Forderungen formuliert, geht es in diesem Buch eher um die emotionale Gestaltung des konkreten Alltags. Das beste Buch hierzu — »Emotionale Kompetenz« von Claude Steiner — ist derzeit leider vergriffen, aber noch gebraucht erhältlich. In diesem Buch erhält man Anregungen, wie man »Emotionale Kompetenz« auch „nachträglich” noch erlernen kann. Was mir aber dringend fehlte, war ein Buch, wie man jungen Menschen am besten »Emotionale Kompetenz« im Verständnis von Claude Steiner vermittelt. Denn eine Kindergärtnerin oder ein Lehrer könnte dabei leicht in Konflikt mit solchen Eltern geraten, die einen wenig förderlichen Erziehungsstil ausüben. In diesem Buch gelingt der Autorin genau dies. – Meine Empfehlung!