Schwer verdaulich? Oder unbeschwert?

Manche Menschen neigen dazu, ihren Körper wie eine Maschine zu betrachten, die funktionieren muss. Man füllt halt ab und zu hastig etwas Essen und Trinken ein, so wie ein Auto ab und zu Kraftstoff braucht. Für Genuss braucht man aber Zeit! Und eine bewusste Auswahl, was einem gut tut. „Liebevoll” und „fürsorglich” sind da die treffenden Begriffe!

Es gilt die alte Regel:

Alles, was man nicht regelmäßig benützt, verkümmert! Das gilt für das Gehirn genau so, wie für die Gefühle und für die körperlichen Aktivitäten.

Körper

Am auffälligsten sind die Probleme, die sich körperlich durch Bewegungsmangel ergeben. Muskelverspannungen deuten nicht nur auf psychische Probleme hin, sondern auch darauf, dass Muskulatur verkümmert ist und der einseitig sitzenden, unbeweglichen Beanspruchung nicht gewachsen ist.
Unser Körper hat sich in der evolutionären Entwicklung den heutige Anforderungen noch gar nicht anpassen können. Deshalb entstehen so viele Probleme mit Gelenken, Wirbelsäule, Haltemuskulatur usw.

MIt Gymnastik (z.B. Pilates), mit Sport (möglichst draußen in der Natur) kann  man sich auch als „Schreibtischtäter” gesund und fit halten. Durch die Bewegungen wird auch die Tätigkeit der Organe angeregt. Verdauungsprobleme, Durchblutungsstörungen / Blutdruck-Probleme gibt es dann kaum noch.

In einer Studie wurde gerade erst festgestellt, dass schon 10 Minuten Intervall-Fitness enorm viel bringen: 2 Minuten aufwärmen, dann 20 Sekunden volle Belastung, 2 Minuten einfache Belastung, dann wieder 20 Sekunden volle Power, erneut 2 Minuten einfache Belastung und wieder 20 Sekunden starke Belastung und danach 3 Minuten einfache Last. – Das schafft man auch mit engem Terminplan unter der Woche.

Körper und Psyche

Dass die beiden zusammen hängen, ist schon klar. Aber haben Sie mal bewusst wahrgenommen, dass Sie vor dem Computer-Bildschirm, vor dem Fernseher oder dem Smartphone nach ungefähr 10 Minuten intensiver Tätigkeit Ihren Körper gar nicht mehr spüren? Sie werden feststellen, dass es den Eindruck hat, als ob Ihre Augen und Ihr Gehirn mit dem Display zu einer Einheit geworden sind. Nur die Hände haben noch etwas zu tun bei den Eingaben und der Bedienung.
Diese extreme Abtrennung der Wahrnehmung hat Folgen, die in ihrer Tragweite noch gar nicht erforscht sind. Aus der Traumatherapie weiß ich aber, dass eine extreme Abspaltung als „DIssoziation” bekannt ist und fast immer einen therapiebedürftigen Zustand beschreibt!

Psyche / die Wohnstube der Gefühle

Wie gerade beschrieben, verbringen sehr viele Menschen große Teile ihres Lebens vor Bildschirmen. Dort und auch an anderen Arbeitsplätzen sind vorwiegend rationale (vernunft-betonte) Überlegungen und Entscheidungen gefragt. Gefühle haben dort wenig Platz. Der Mensch ist aber von Natur aus ein sehr gefühlvolles, soziales Wesen. Diese Gefühle müssen aktiv gelebt werden. Anderenfalls verkümmert das Gefühlsleben.

Am meisten leiden darunter die Männer. Denn deren gesellschaftlich zugeschrieben Rolle ist immer noch die der Stärke, des Machers, der Kämpfer usw. Der Indianer kennt keinen Schmerz! Du willst doch keine Heulsuse sein! Stell dich nicht an! und was der gleichen blöde Sprüche zum Abtrainieren von gefüphlen sonst noch so sind. Männer brauchen in der Psychotherapie meistens drei mal so lange, ehe sie über ihre Gefühle zu sprechen beginnen. Und dann fehlen meist die passenden Worte. – Kein Wunder, nach solch einer Gehirnwäsche!

Statt über die angeblich immer so gewalttätigen Männer zu schimpfen, hätten Frauen hier tolle Chancen, ihren Männern dabei zu helfen, ihre Gefühle wieder zu entdecken und diese auch in Worte zu fassen, damit beide Partner etwas davon haben!

Unterdrückte Gefühle verursachen einen gewaltigen inneren Druck. Der kann so stark werden, dass Schlafstörungen, körperliche Probleme und auch starke Agressionen auftreten, die schwer beherrschbar sind. Übrigens: Diese Agressionen aufgrund unterdückter Gefühle sind z.B. von Truppenführungen erwünscht, denn so können die Soldaten ihre Agressionen am Feind voll auslassen.

Krimis, Ballerspiele, Horrorfime… stören Ihre Nachtruhe und mehr!

Wenn Sie kurz vor dem Schlafengehen noch eine üppige Mahlzeit einnehmen, wird Ihr Schlaf durch die Verdauungsprozesse gestört. Denn man benötigt bis zu ca. 12 Stunden, bis alles verdaut ist. – Aber in gleicher Weise „verdaut” auch Ihr Gehirn nachts die Eindrücke Ihres Tagesablaufs und besonders all die Geschenissen, die Ihre Gefühle besonders bewegt haben.

Mit der geistigen „Verdauung” der Alltags-Ereignisse hat Ihr Gehirn normaler Weise schon mehr als genug genug zu tun. Wenn Sie sich aber zusätzlich emotional belastenden Eindrücken, Stimmungen und Wahrnehmungen aussetzen und das alles kurz vor dem Schlafen-Gehen, dann wird Ihr Gehirn all diese Gewalt, diese Gräueltaten, diesen Horror in Ihrem Schlaf „verarbeiten” müssen. Ich sehe darin eine „geistige und emotionale Umweltverschmutzung”!

Das Gleiche geschieht, wenn Sie den Lebensfreude-Tipp 2 nicht beachten: Denn dann neigen Sie dazu, sich auf die negativen Dinge zu fokussieren, auf all das, was schief gelaufen ist, was nicht funktioniert, was Sie „schon wieder” falsch gemacht oder „schon wieder” nicht erledigt haben. Auch diese Dinge legen sich wie ein zu schwer verdauliches Essen quer.

Übrigens: Mit steigendem Konsum von Ballerspielen nimmt die Bereitschaft zu, Konflikte mit Gewalt zu lösen. Die Spiele-Industrie beteuert natürlich das Gegenteil. Aber es ist wissenschaftlich bewiesen, dass die natürliche Hemmschwelle zur Gewalt sinkt. Und Gewalt haben wir doch wirklich genug auf dieser Welt!

Daher mein Tipp:

Wie wäre es, wenn Sie nicht nur auf Ihre körperliche Gesundheit und die sorgfältige Auswahl Ihres Essen achten, sondern auch auf das, was Sie Ihrem Kopf und Ihrem Gefühlsleben zumuten?
Wie wäre denn ein Abend mit beruhigender Musik? Klassik oder meditativ? Mit Kerzenlicht? Vielleicht mit dem Partner / der Partnerin kuschelnd?