Echter Lebensgenuss entsteht immer in Ihnen selbst:

Wir Menschen neigen dazu, unser Glück im Außen zu suchen, durch Konsum, durch Karriere, durch Geld und Ansehen. Und die gesellschaftlich vermittelten Normen und Werte bestätigen uns darin (z.B. durch Werbung), damit andere damit Geld verdienen! – Aber immer mehr Menschen entdecken, dass dieses Glück hohl und unecht ist. Denn wenn es echt wäre, müssten wir nach all dem Konsum vergangener Jahre längst überglücklich sein. Schauen wir lieber nach unseren Gefühlen und unseren echten Bedürfnissen!

In Wirklichkeit lassen wir uns dazu verführen, mit immer mehr Aufwand und Geld Scheinbedürfnisse zu befriedigen. Und weil das eine Schein-Befriedigung ist, sind wir nie wirklich befriedigt und somit glücklich.

Echter Lebensgenuss entsteht, wenn wir unsere Gefühle wahrnehmen. Denn unsere Gefühle zeigen uns, welche unserer Bedürfnisse echt sind und wirklich befriedigt werden sollten, um glücklich zu sein. Über die Grundbedürfnisse hatte ich schon in Tipp 07 geschrieben. In diesem Tipp geht es um mehr!

Menschliche Grundbedürfnisse sind:

  • körperliche Sicherheit, Schutz, Versorgung
  • stabile Basis, Kontinuität, Zuverlässigkeit
  • Geborgenheit, emotionaler Schutz, Vertrauen
  • emotionale Zuwendung, Mitgefühl, Trost
  • Angenommen-Sein wie man ist
  • Ermutigung und Anleitung zur Entfaltung der Potenziale
  • Möglichkeit zu Kontrolle, Abgrenzung und Autonomie
  • Zugehörigkeit zu einer sozialen Gruppe / Gemeinschaft
  • Erfahrung der Selbstwirksamkeit
  • Lust, Humor, Spiel, Spaß, Entdeckerfreude
  • Respekt, Beachtung, Berücksichtigung
  • Freiheit zum Ausdruck von Gefühlen + Bedürfnissen
  • Anerkennung, Wertschätzung, Lob
  • Angemessene Grenzen (z.B. Werte, Maßstäbe, Ethik sowie Balance zwischen Lust und Disziplin)

(Die o.g. Grundbedürfnisse wurden empirisch als Grundlage für die Schematherapie festgestellt. Deren Richtigkeit wurde in über 12 Jahren Praxis durch die nachhaltigen und effizienten Therapieerfolge bewiesen.)

Ein kleines Experiment:

Gehen Sie nun die genannten Grundbedürfnisse langsam Punkt für Punkt durch. Fühlen Sie hinein in jedes Bedürfnis! Und fragen Sie sich, ob dieses Bedürfnis für Sie zurzeit erfüllt wird. Sie können auch Rückschau halten, wann in Ihrem Leben dieses Bedürfnis zuletzt erfüllt worden ist.

Vielleicht taucht plötzlich eine tiefe Sehnsucht in Ihnen auf?

Vielleicht gibt es auch einen Bereich, eine Stelle Ihres Körpers, die mit dieser Sehnsucht, mit diesen Gefühlen verbunden ist?

Und wenn Traurigkeit in Ihnen aufsteigt, weil Sie ein wichtiges Bedürfnis so selten erfüllt bekommen haben, bleiben Sie bei diesem Gefühl! Wehren Sie die Traurigkeit nicht ab! Spüren Sie hinein in die Traurigkeit und auch, wo in Ihrem Körper Sie diese Traurigkeit wahrnehmen.

Aber lassen Sie sich nicht von Ihren Gefühlen überwältigen! Sie selbst sind „mehr” und stärker, als Ihre Gefühle. Gefühle sind immer flüchtig: sie kommen und gehen und wechseln sich ständig ab! Und genau das ist wahre LEBENDIGKEIT!
Und wir haben uns zuweilen so weit von unserer Lebendigkeit, unseren Gefühlen entfernt, dass es uns ängstigen kann, wenn wir sie plötzlich so intensiv wahrnehmen.
Es kann uns auch traurig machen, diese Gefühle plötzlich so intensiv wahrzunehmen: Dann ist es vielleicht der Schmerz darüber, dass wir endlich wieder etwas erhalten, nach dem wir uns so lange gesehnt haben.

Gefühle und der Körper

Wie Sie vielleicht in diesem kleinen Experiment erlebt haben, sind Gefühle meistens mit dem Körper und mit Körperwahrnehmungen verbunden. Das bedeutet: Wer sich mit seinem Körper wenig verbunden fühlt, seinen Körper kaum wahrnimmt oder ihn vielleicht sogar missachtet, der hat auch wenig Verbindung zu seinen Gefühlen.

Leider werden wir durch die derzeit gesellschaftlich verbreiteten Normen, Werte und „ungeschriebenen Gesetze” (=die angeblich gesunde Volksmeinung) dazu verleitet, unsere Körper zunehmend als reine „Funktionsträger” zu betrachten. Wir können von Babies und Kleinkindern lernen, wie man seinen Körper lustvoll genießen kann! Eine positive, freudig-lustvolle Einstellung zum eigenen Körper heißt.... Erotik!
Aber schauen Sie mal, was dieses Wort in Ihnen jetzt gerade ausgelöst hat! — Leider! — Leider wird sehr oft Erotik = Sex gesetzt und Sex ist ja... —mmmhh, zumindest beides:

Nackt, Schmuddelkram, Porno, Gewalt, kriminell, tabu!!!!
oder
die natürlichste und erfreulichste Beschäftigung mit dem menschlichen Körper!!!

Dabei kann bereits eine sportliche Betätigung zu einer intensiveren oder gar erotischen Wahrnehmung des eigenen Körpers führen: Dazu brauchen Sie nur während Ihres Sports die ganze Aufmerksamkeit auf Ihren Körper, die vielen aktiven Muskeln und die vielen Sinneswahrnehmungen zu richten, statt sich in irgendwelchen Gedankenketten zu verlieren.

Ich wünsche Ihnen, dass es Ihnen gelingt, sich von unnötig einschränkenden, die Lebensfreude störenden Normen, Werten und Vorgaben unserer Gesellschaft zu befreien! Geben Sie sich die Erlaubnis! — Erlauben Sie sich, sich über Sprüche hinweg zu setzen wie: „Das tut man nicht!” / „Was sollen denn die Nachbarn denken!” / „Du wirst schon sehen, was du davon hast!”

So erfüllen Sie sich Ihre Grundbedürfnisse

Solange Sie vielleicht meinen, dass andere Menschen oder das Berufsfeld oder Geld und Konsum für die Erfüllung Ihrer Grundbedürfnisse zuständig bzw. verantwortlich sind, so lange werden Sie abhängig bleiben vom Wohlwollen anderer!

Sorgen Sie für sich selbst, indem Sie sich Ihre Grundbedürfnisse, so weit wie möglich selbst erfüllen!

Sie meinen, das sei pure Theorie und wirklichkeitsfern?

Beispiel Partnerschaft / Liebe: Was tun, wenn Sie keinen Partner haben, sich aber doch so sehr nach Partnerschaft sehnen? — Ihre Handlungen müssen sich sowohl auf sich selbst als auch nach außen richten!

Nach innen:
    • Wie liebevoll gehen Sie mit sich selbst um?
    • Wie liebevoll gehen Sie mit Ihrem Körper um?
    • Geben Sie sich so weit wie irgend möglich selbst all das, was in den oben aufgezählten Grundbedürfnissen enthalten ist?
    • Und wieso sollte jemand anders Sie lieben, wenn Sie nicht einmal sich selbst lieben, so wie Sie sind?
Nach außen:
    • Was tun Sie dafür, dass andere Menschen Sie so wahrnehmen, wie Sie sind?
    • Was tun Sie konkret dafür, dass Sie von anderen Menschen beachtet werden?
    • Wie zeigen Sie anderen, dass Sie einen Partner finden möchten?
    • Was unternehmen Sie konkret, um auf andere zuzugehen und sie zu fragen?
      (Wer nicht auf die Jagd geht, wird nichts erbeuten können! :-)

Sie möchten noch mehr Anregungen oder Beispiele?

Das sprengt leider den Rahmen dieses „Tipps”. Bitte schauen Sie sich meine Angebote zu Fortbildungen an oder fragen Sie mich wegen eines Beratungsgesprächs!