Unter den Stichworten: Raucherentwöhnung, Rauchen aufgeben sofort usw. scheint es einen lukrativen Markt für allerlei „schnelle Lösungen” zu geben. Ich kenne aber viele Menschen, die nach einiger Zeit doch wieder mit dem Rauchen begonnen haben, trotz aller guten Vorsätze. Es muss also wohl eine Antriebskraft geben, die mit den üblichen Angeboten zur Raucherentwöhnung nicht beseitigt wird. Ebenso oft höre ich von Menschen, die nach Aufgabe des Rauchen zu „Naschkatzen” geworden sind und nun Gewichtsprobleme entwickelt haben.

Diese Antriebskraft liegt auf der psychischen Ebene und wird meist nicht durch die gängigen Hypnoseverfahren und schon gar nicht durch Nikotinpflaster oder andere Hilfsmaßnahmen aufgehoben. Was ist der Hintergrund?

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Rauchen macht körperlich abhängig

Auch heutzutage ist es weiterhin erlaubt, dass die Tabak-Industrie den Tabaken Stoffe beimischt, die eine körperliche Abhängigkeit herbei führen. Die Lobbyisten der Tabakindustrie hatten bisher Erfolg mit ihrer Beeinflussung von Politikern, sodass es auch heutzutage keine Gesetze gegen diese absichtlich herbeigeführte Abhängigkeit gibt!

Wenn Sie also das Rauchen aufgeben wollen, müssen Sie damit rechnen, dass Ihr Körper Entzugserscheinungen zeigen wird. Das muss nicht sein, aber es kann geschehen. Unruhezustände, Schwitzen, Zittern, Konzentrationsprobleme, Stimmungsschwankungen, leichte Reizbarkeit und Impulsivität bei zugleich verringerter Fähigkeit zur Emotionsregulierung, geringe Frustrationstoleranz können in den ersten 14 Tagen bis 3 Wochen nach dem Rauch-Stopp auftreten.

Diese Phase der körperlichen Entwöhnung lässt sich tatsächlich durch Nikotinpflaster und Ähnliches mildern. Sie lässt sich erfahrungsgemäß nicht mildern, indem man weniger raucht. Denn das „Ritual des Rauchens” ist mit sozialen Situationen und Alltagsabläufen emotional fest verbunden. Genau hier muss man aber ansetzen, wenn man das Rauchen nachhaltig und dauerhaft aufgeben will.

Sofortiger Rauch-Stopp oder allmählich immer weniger rauchen?

Es ist Ihre Wahl, ob Sie den „harten Entzug” wollen und schlagartig mit dem Rauchen aufhören oder ob Sie Ihren Rauchkonsum allmählich verringern wollen. Im zweiten Fall wird die Übergangsphase länger und die auch dabei auftretenden, unvermeidlichen „Nebenwirkungen” haben Sie länger zu ertragen. Aus psychologischer Sicht, sehe ich das „Ausschleichen” als ungünstig an, weil jeder Vorgang des Rauchen die gewohnten Verhaltensmuster aufrecht erhält. Der Erfolg der parallel laufenden Beratung oder Psychotherapie wird damit behindert und letztlich quält man sich unnötig lange herum.

Meine eigenen Erfahrungen mit dem sofortigen Rauchstopp

Als ich etwa 27 Jahre alt war, rauchte ich etwa 40 selbstgedrehte Zigarretten pro Tag mit recht starkem Tabak (Van Nelle halbschwarz). Und an Wochenenden kamen einige Haschisch-Tüten dazu. Nachdem ich bemerkte, dass ich nicht mal mehr einige hundert Meter schnell laufen konnte und feststellte, wie meine kostbaren Revox A77 Spulen-Tonbandgeräte mit gelblich-klebriger Tabakrauch-Ablagerung verdreckten, habe ich schlagartig das Rauchen aufgegeben.

Ich litt etwa drei Wochen lang unter körperlichem Entzug. Nach etwa 6 Wochen konnte ich den Rauch anderer Raucher nicht mehr ertragen und empfand ihn als Gestank. Etwa ein Jahr lang hielt im Alltagsleben der Handlungsimpuls an, in sozial passenden Situationen „das Ritual des Rauchens” auszuführen. Ich musste mich jedes Mal bewusst daran erinnern, dass ich nicht mehr rauchte.
Und etwa drei Jahre lang hatte ich immer wieder Träume, in denen ich mich dabei erschrocken ertappte, aus Gewohnheit und Unachtsamkeit doch wieder zu rauchen. Hier zeigte sich, wie sehr die psychische und unterbewusste Seite daran beteiligt ist, wenn man das Rauchen dauerhaft und endgültig aufgeben will.

Die psychische Seite des Rauchens und des „Rauch-Ritual”

Jede psychotherapeutische Begleitung beim Aufgeben des Rauchens beginnt meist damit, dass der Klient eine Liste erstellt und aufschreibt, in welchen Alltagssituationen bisher „eine Zigarette einfach dazu gehört”.
Anschließend arbeiten wir gemeinsam diese Liste ab und klären, was den jeweiligen Alltagssituationen voraus ging. Gab es dort z.B. einen Ärger? Oder konnte eine Situation nicht zur Zufriedenheit geklärt werden? Gab es eine besondere Form von Stress? War die Freizeit mal wieder zu kurz gekommen? Mussten „um des lieben Frieden willen” mal wieder faule Kompromisse geschlossen werden?

Heraus finden, welche Motivation das Rauchen fördert

Aus all diese Klärungen wird die Haupt-Antriebskraft sichtbar, die Motivation, durch die das Rauchen aufrecht erhalten wird, im Sinne einer scheinbaren Lösung für einen Konflikt oder eine soziale Situation, die nicht zufrieden stellend gelöst werden kann. Das Rauchen ist dann eine Ersatzhandlung und soll Trost geben angesichst der gerade mal wieder erlebten Frustration. Das Rauchen täuscht als Scheinlösung darüber hinweg, dass keine echte Lösung erreicht werden konnte und man sich daher eigentlich hilflos fühlt.
Auch weitere Motivationen, die das Rauchen aufrecht erhalten, müssen abgeprüft werden. So hilft es, sich zu erinnern, wann und warum man eigentlich mit dem Rauchen begonnen hat. Welcher Vorteil sollte damit erreicht werden?

neue Fähigkeiten in sozialer und emotionaler Kompetenz entwickeln

Im nächsten Schritt der Therapie wird geklärt, welche Fähigkeiten man entwickeln muss, um die Scheinlösung „Rauchen” durch konstruktive tragfähige Lösungen zu ersetzen. Hier geht es meist um die Nach-Entwicklung von sozialen und emotionalen Fähigkeiten und Kompetenzen und der Befreiung von anderen störenden, meist automatisch und unterbewusst ablaufenden Verhaltens- und Denkweisen, die meist auf einer wenig objektiven Einschätzung und Bewertung der Realität beruhen.
Gerade in diesem Schritt gewinnen meine Klienten Erkenntnisse und Fähigkeiten, die mit der eigentlichen Raucher-Entwöhnung nur sehr indirekt zu tun haben. Aber der Gewinn an Lebensqualität, an Freiräumen, mit sozial bisher herausfordernden Situationen unbeschwert und frei umgehen zu können, statt wie automatisch immer das gleiche Programm abzufahren (zu dem dann auch das Rauchen gehört), davon sind meine Klienten dann selbst überrascht und begeistert!

Die Rückfall-Quote…

…ist bei einem rein körperlichen Entzug recht hoch. Da müssen die bisherigen Raucher schon große Willsenskraft einsetzen, um keinen Rückfall zu erleben. Wenn sie es schaffen, wird dennoch meist ein Gefühl der Unzufriedenheit zurück bleiben, das aus demjenigen hervorgeht, das leider ungeklärt geblieben ist. Ist dieses Ungeklärte zu stark, ist der Rückfall vorprogrammiert.

Mit Unterstützung durch Akupunktur, Hypnotherapie usw. ist die Rückfallquote zwar geringer. Da aber die oben beschriebenen psychischen Motivationen und die eventuell zu wenig entwickelte Fähigkeiten unbearbeitet bleiben, besteht weiterhin Rückfallgefahr.

Von der Raucher-Entwöhnung zur nächsten problematischen Scheinlösung

Ohne eine fundierte und ursächliche psychotherapeutische Begleitung besteht zudem immer die Gefahr, dass „die Bewältigungsstrategie des Rauchen” schlichtweg ersetzt wird durch andere Strategien, die ebenfalls nur Scheinlösungen darstellen. Manch einer kommt so zum übermäßigen Konsum von Süßigkeiten, zum übermäßigen Essen oder sogar zum Alkohol und anderen Stoffen.
Optimal und mit erheblichen Zusatz-Gewinnen an Erkenntnissen und Fähigkeiten ist für Sie, wenn Sie Ihre Raucher-Entwöhnung, Ihren Rauch-Stopp in Begleitung einer Psychotherapie durchführen. Sie werden Ihr gesamtes weiteres Leben mit diesen zusätzlich erworbenen Erkenntnissen und Fähigkeiten bereichern und erfreulicher gestalten können!

Das könnte Ihr nächster Schritt sein:

Vereinbaren Sie ein kostenloses und unverbindliches Erstgespräch mit mir in meiner Praxis: Tel.: 0741 - 440 74 67 — Falls Sie den Anrufbeantworter erwischen, bitte ich Sie, eine Nachricht mit Ihrer Rufnummer zurück zu lassen und einen Terminwunsch anzugeben, wann ich Sie am besten telefonisch erreichen kann. Ich rufe schnellstmöglich zurück!
Terminvereinbarungen per eMail sind nicht möglich, da zu einer effizienten Terminvereinbarung ein persönlicher Dialog gehört.