Eine psychische Diagnose kann zwar zunächst eine Erleichterung sein, weil man nun endlich einen Begriff für das Leid hat. Das macht es leichter, über Schwierigkeiten zu sprechen, weil man anscheinend nur diesen Begriff zu nennen braucht. Und der Betroffene gewinnt den Eindruck, als wüsste er jetzt endlich, was ihm fehlt.
Aber zugleich ist mit einer psychische Diagnose oft auch eine Stigmatisierung verbunden, die den Betroffenen in soziale Schwierigkeiten, in Scham und in die Isolation treiben kann. Das Leid vervielfacht sich.

Psychische Probleme führen schnell in eine Abwärtsspirale, die sich immer schneller dreht. Durch Beratung oder Psychotherapie kann diese Spirale angehalten und überwunden werden. Wartet man aber ab, in der Erwartung, es würde von selbst wieder besser, so kommt es zu einer zunehmend unrealistischen Bewertung alltäglicher Vorgänge, zu einer einseitigen Denkweise und zu einer Einschränkung, auf Situationen flexibel, creativ und angemessen reagieren zu können. Damit schädigt man sich selbst, schädigt die Beziehungen und andere Menschen.

BurnOut und Depression sind als Begriffe häufig in den Medien zu finden. In unserer absurd leistungsbetonten Gesellschaft wird BurnOut viel eher akzeptiert (besonders in Management-Kreisen) als z.B. Depression, denn angeblich soll BurnOut ein Zeichen für besonders hohes Engagement und enorme Leistungsbereitschaft sein. Depression wird dagegen eher als Zeichen von Schwäche und Krankheit gesehen und wen sie trifft, der sei nicht genug belastbar. Stimmt das wirklich?

Über Depression wird häufig in den Medien geschrieben, aber nicht immer sind die Informationen dort wirklich hilfreich. In unserer absurd leistungsbetonten Gesellschaft wird Depression oft als Zeichen von Schwäche und Krankheit gesehen und wen sie trifft, der sei eben nicht genug belastbar. Stimmt das wirklich?
Angst vor Verlust des Arbeitsplatz, dem Verlust der materiellen Lebensgrundlage und der sozialen Ausgrenzung heizen die Depression zusätzlich an. Perfektionismus fördert ebenfalls oft eine depressive Entwicklung. Therapie ist dringend erforderlich, damit keine Verschlimmerung und Chronifizierung eintritt!

Schon während meiner Ausbildung, als uns diese Problematik erklärt wurde, hatte ich Zweifel an dem psychologischen Erklärungsmodell, durch das diese Problematik entstehen soll. Je mehr ich mich damals in die Schematherapie einarbeitete, desto eher entstand in mir eine alternative Sichtweise mit einem völlig anderen Erklärungsmodell.
Heute weiß ich, dass ich richtig lag: Mein Klient, der seit über 30 Jahren mit dieser Diagnose und starken, die Nieren schädigenden Medikamenten gelebt hat, wird voraussichtlich in diesem Jahr seine Therapie erfolgreich abschließen und seine Medikamente ausschleichen können.