Ein Kind hat nur eingeschränkte Fähigkeiten, leidvolle Ereignisse verstehen und einordnen zu können – besonders wenn diese Ereignisse mit Todesangst verbunden waren. Außerdem gilt: Je geringer das Lebensalter war, in dem solche Ereignisse stattfanden, um so verletztlicher ist ein Kind und um so zerstörerischer sind die Folgen.
Diese Folgen zeigen sich in belastenden Gefühlen, auffälligen Verhaltensweisen und der Art, über sich selbst, über andere und über die eigenen Lebensperspektiven zu denken. Im Fachjargon wird von „Persönlichkeitsstörung” gesprochen. Ich hasse dieses Wort, weil es abstempelt, etikettiert,  stigmatisiert und das Leid der Betroffenen unnötig vergrößert. – Zu alledem gibt es auch heute noch einige Therapeuten, die ihre Fortbildung vernachlässigt haben und weiterhin behaupten, „Persönlichkeitsstörungen” ließen sich nie erfolgreich therapieren und blieben das ganze Leben lang bestehen. Das ist nachweislich Quatsch!

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Therapie von ungünstigen Persönlichkeits-Akzentuierungen erfolgreich möglich!

Niemand kann das Geschehene ungeschen machen. Die Erinnerungen werden immer bleiben. Auch nach einer erfolgreichen Therapie wird eine gewisse Tendenz übrig bleiben, die in Versuchung führt, doch ab und zu in alte Muster zu fallen.
In der Therapie kann aber das, was man als Kind oder Jugendlicher sozusagen als Schlussfolgerung aus den üblen, leidvollen Erlebnissen „gelernt” hat, korrigiert werden. Und das, was nicht gelernt werden konnte, kann man nachholen. Auf dieser Grundlage ist auch eine neue Bewertung und Sichtweise auf diese bedrückenden Erlebnisse möglich.

Befreiung von destruktiven, automatisch ablaufenden Mustern in Denken, Fühlen und Handeln

In den weiteren Schritten der Therapie werden die emotionalen Antriebskräfte, die auf den leidvollen Erlebnissen beruhen, entmachtet. Denn durch die Beeinträchtigungen und Prägungen ist ein Mensch mit ungünstigen Persönlichkeits-Akzentuierungen nicht frei in der Wahl seines Denkens, des Bewerten von Situationen und in der Wahl seiner Verhaltenweisen.
Ohne Therapie nimmt der Betroffene die heutige Realität so wahr, als ob die damalige leidvolle Situation sich im Heute stets wiederholen könnte und kämpft präventiv gegen diese scheinbar drohende Wiederholung der Ereignisse an (=Kampf) – auch wenn die heutige Realität objektiv gesehen keinerlei derartige Bedrohung beinhaltet. Oder er vermeidet ängstlich alle Situationen (=Flucht), die sich so ähnlich anfühlen könnten oder so ähnlich enden könnten, wie damals. Oder der Betroffene resigniert (=Erstarrung) und sagt sich, dass er sowieso nichts an seinem Schicksal ändern könne.
Es ist wie ein Automatismus, den der Betroffene nicht abschalten kann. Er ist also nicht frei in der Wahl seines Denken, Fühlen und Handeln.

Die Betroffenen können in der Therapie die emotionalen Antriebskräfte, die aus der Erinnerung an das damalige Leid aufrecht erhalten blieben, entmachten. Sie gewinnen die „Freiheit der Wahl” in ihrem Denken, Fühlen und Handeln zurück. Die in der Therapie neu gewonnene Freiheit muss der Betroffene in seinem Alltagsleben als Übungsfeld anwenden und seine neu gewonnenen Möglichkeiten ausprobieren. In der Therapie berichtet er dann von seinen Erlebnissen, sodass auch bei der erfolgreichen Umsetzung im Alltag eine therapeutische Begleitung stattfindet.

Schematherapie – eine der besten Therapieformen bei ungünstigen Persönlichkeits-Akzentuierungen

Die Schematherapie wurde ursprünglich speziell für Menschen mit besonderen Akzentuierungen der Persönlichkeit entwickelt, weil alle bis dahin üblichen Psychotherapieverfahren wenig Erfolg brachten, insbesondere war der Erfolg selten nachhaltig. Inzwischen wurde in zahlreichen Studien nachgewiesen, dass die Schematherapie eine der effizientesten und nachhaltigsten Therapieformen ist!

Die Begriffe „Trauma” und „Borderline” werden in den Medien, in Spielfilmen, aber auch in Gesprächen schlecht informierter Menschen oftmals sensationsheischend oder dramatisierend benutzt und zugleich wird die wahre Bedeutung dieser Begriffe völlig verzerrt. Für traumatisierte Menschen oder jemanden, der unter einer Borderline-Problematik leidet, entsteht so zusätzliches Leid durch Stigmatisierung und Ausgrenzung.
Im Folgenden möchte ich wichtige Begriffe klären und die Bedeutung von den verschiedenen Pearsönlichkeits-Akzentuierungen beschreiben. Danach erfahren Sie, was ich für Sie tun kann, wenn Ihr Leid auf der hier beschriebenen Thematik beruht.

Persönlichkeitsstörung – besser: Persönlichkeits-Akzentuierung

Jeder Mensch hat eine Ausprägung (Akzenztuierung) in seiner Persönlichkeit. Das ist auch gut so, denn so entsteht eine bunte Vielfalt, wie Menschen ihr Leben gestalten und miteinander umgehen. Schon vom Temperament her sind Menschen sehr unterschiedlich. So gibt es die eher stillen und introvertierten (nach innen gekehrt) Menschen. Oder die eher sprühend-extravertierten (nach außen gerichteten).

Von „Persönlichkeitsstörung” bzw. nicht stigmatisierend von „Persönlichkeits-Akzentuierung” sprechen wir hier, wenn die Denkmuster, die Gefühle und die Verhaltensweisen eines Menschen ihm Leid bereiten und er dieses Leid beenden möchte, es aber aus seinem freien Willen nicht kann, obwohl eigentlich eine Änderung möglich erscheint. Dann ist die Persönlichkeits-Aktzentuierung „dysfunktional”, denn sie „funktioniert” nicht in dem Sinne, wie es sich der Betroffene im Sinne einer konstruktiven, echten Lösung wünscht.

Eine dysfunktionale Persönlichkeits-Akzentuierung ist ein sehr stark eingeprägtes Muster von Denken, Fühlen und Verhaltensweisen, das meist in der Kindheit oder Jugend entstanden ist und auch im Erwachsenen-Alter beibehalten wird, weil keine alternativen Möglichkeiten erlebt und erlernt wurden. Dysfunktionale Akzentuierungen entstehen durch leidvoll erlebte Situationen, die der junge Mensch ohne die erforderliche Begleitung und Anleitung erlitten hat. Er musste damals Strategien erfinden, die ihm geholfen haben, dieses Leid besser auszuhalten.
Die davon betroffenen Menschen haben in ihrem Denken, Fühlen und Verhalten nicht die Freiheit der Wahl, sondern die alten Prägungen wirken wie ein Automatismus. Dieser Automatismus wird blitzschnell aktiv, sobald der Erwachsene eine Situation erlebt, die derjenigen ähnelt, in der die damaligen Prägungen entstanden sind. Die Betroffenen erleben diese Automatismen oftmals als „normal”, denn sie kennen keine Alternative Reaktions- oder Verhaltensweise. Aber sie leiden darunter, dass ihre sozialen Beziehungen und ihr Gefühlsleben beeinträchtigt sind und dass sie diese Beeinträchtigungen nicht aus eigener Kraft beheben können.

Beispiele, die Sie im Alltag vielleicht bereits bei anderen beobachten konnten:

Die Sekretärin, die niemals Nein Sagen kann,

auch wenn der Chef zwei Stunden nach Feierabend mit dem nächsten Stapel an Arbet ankommt und meint, das könne sie doch heute eben noch mit erledigen. Ein für sie undurchbrechbarer Automatismus veranlasst sie dazu, gegen ihre inneren Widerstände doch wieder Ja zu sagen.
eine der möglichen Ursachen: Wenn sie als Kind etwas abgelehnt oder Nein gesagt hatte, dann wurde sie mit Liebesentzug gestraft: „Wenn du nicht brav und artig bist, dann hat dich Mama nicht mehr lieb!” – Seitdem lebt sie in der ständigen (unterbewussten Angst, sich die Sympathie, Zuneigung, Zuwendung und auch Liebe anderer zu verscherzen, wenn sie nicht das tut, was man von ihr verlangt.

Der Abteilungsleiter, der Angst vor eigenen Entscheidungen hat,

obwohl er fachlich beste Kompetenzen hat und bereits an bisherigen Projekten erfolgreich mitgewirkt hat und deshalb befördert worden ist. Jetzt erlebt er bisher nie gekannte Versagensängste.
eine der möglichen Ursachen: Durch die Beförderung ist er nun in  einer Position, in der er nun eigenständig und selbstverantwortlich Entscheidungen treffen muss. Und sein Unterbewusstes meldet sich, in dem seine Erlebnisse mit seinem Vater noch lebendig sind. Sein Vater musste sich aus einfachsten Verhältnissen mühsam hoch arbeiten. Dabei durfte er keine Fehlentscheidungen treffen, weil es den gesamten bisherigen Erfolg hätte zunichte machen können. Vater ging also mit einer extremen Sorgfalt vor. Diese übertrug er auf seinen Sohn: Wenn sein Sohn Entscheidungen treffen musste, auch wenn sie noch so geringfügig waren, zog er die Entscheidungen seines Sohnes in Frage, indem er ihn mit strengem Nachdruck fragte: „Hast du dir das auch wirklich gut überlegt?” – Damit leitete er seinen Sohn nicht etwa dazu an, sorgfältige Entscheidungen zu treffen, sondern er leitete ihn dazu an, ständig an eigenen Entscheidungen zu zweifeln und am Ende möglichst gar keine eigenen Entscheidungen mehr zu treffen, aus Angst, es könne eine Fehlentscheidung sein.

Der Mitarbeiter, der alle Äußerungen und Verhaltensweisen anderer in negativer Weise auf sich bezieht

Ein Blick eines Kollegen, ein Lächeln kann bereits ausreichen! Schon glaubt der Mitarbeiter, der andere würde schlecht oder kritisierend über ihn denken oder sich über ihn lustig machen. Es stehen einige Kollegen zusammen und reden leise miteinander, schon entsteht der Verdacht, dass die anderen über ihn in ungünstiger Weise reden, ihn abwerten oder verunglimpfen. Mit dieser inneren Grundhaltung des ständigen Misstrauen lebt er in einem ständigen Alarmzustand, in dem er alle anderen Menschen ständig als potenzielle Angreifer sieht. Er kann er zu niemandem Vertrauen aufbauen.
eine der möglichen Ursachen: Seine Eltern haben ihm ständig doppeldeutige Äußerungen entgegen gebracht: Bei weniger guten Schulnoten wurde er als absoluter Versager, als Niete und Dummkopf abgewertet und beschimpft. Und wenig später wurde ihm mit gleichem Nachdruck gesagt, er sei überragend intelligent und könnte locker Bestnoten erreichen, wenn er sich nur genügend anstrengten würde, statt so grenzenlos faul zu sein. So wusste er am Ende nicht mehr, was er denn von sich selbst halten sollte.
Ferner stichelte ihn seine Mutter schon ab jüngstem Alter mit ironischen Bemerkungen und machte sich darüber lustig, wenn er verzweifelt versuchte, den Sinn der Äußerung zu verstehen. Da Kinder erst ab einer Entwicklungsstufe ab ca. 10 Jahren in der Lage sind, Ironie zu verstehen und zu durchschauen, wusste er nie, wie Mutter ihre Bemerkungen gemeint hatte. Ständig hatte er Angst davor, dass er ihrer Zuneigung und Liebe nicht sicher sein konnte und durch irgend ein Verhalten sich ihre Gunst endgültig verscherzen könnte. – Er schärfte daraufhin seine Wahrnehmung, um aus den kleinsten Änderungen in den Gesichtszügen oder der Körperhaltung heraus lesen zu können, wie Mutter ihre Äußerungen gerade meinte. Diese ängstlich-befürchtende Haltung übertrug er dann allmählich auch auf andere Menschen und misstraute jedem aus Angst, man könne sich über seine Hilflosigkeit und dem Nicht-Durchschauen einer Situation lustig machen.

Mit einer ungünstigen Persönlichkeits-Akzentuierung sind Sie nicht allein!

Wenn ich im Alltag – aber auch in meiner Praxis – Menschen näher kennen lerne, stelle ich immer wieder entsetzt fest, wie ungünstig meist die Kindheit und Jugend der Menschen verlaufen ist und dass bei ca. 80% aller (!!!) erwachsenen Menschen mehr oder weniger starke, beeinträchtigende Prägungen und Muster wirksam sind, die durch Psychotherapie aufgelöst werden können.
Denn die oben erwähnten Automatismen hindern sie daran, ihre wirklichen Potenziale zu entfalten und ihr Leben glücklicher zu gestalten. Viele dieser Menschen bleiben daher weit hinter den Möglichkeiten zurück, die ihnen eigentlich von ihrem Potenzial her durchaus zur Verfügung stehen würden.

Sonderform der Persönlichkeits-Akzentuierung: Borderline / Borderline-„Störung”

Die oben bereits beschriebenen Persönlichkeits-Aktzentuierungen beeinträchtigen bestimmte Bereiche der Lebensgestaltung. Sie sind entstanden aufgrund von vielfältigen Ursachen und manchmal auch nur aufgrund dessen, dass ein Kind in einer belastenden Situation keine angemessene Begleitung und Anleitung gehabt hat. Es hat dann eigene Erklärungen gefunden, um sich Erleichterung zu verschaffen, obwohl dies meist eine kurzfristig wirksame Scheinlösung war und später aus der Scheinlösung eine zusätzliche Belastung wurde.
Bei der Borderline-Akzentuierung konzentrieren sich alle Probleme auf Beziehungen, Beziehungsgestaltung und auf eine unermesslich große, quälende Sehnsucht nach liebevoller, nährender Beziehung!

Borderline – die Folge zerstörter Beziehung

Das Besondere an der Borderline-Problematik liegt in deren Ursache: Hier wurden von den Bezugspersonen / Eltern Verhaltensweisen praktiziert, durch die das Kind / der Jugendliche keine positiven, förderlichen und nährenden Beziehungen erfahren konnte. Daher erlernte das Kind / der Jugendliche auch nicht, wie er selbst aus eigener Kraft förderliche, nährende und emotional erfüllte Beziehungen, Freundschaften oder gar Partnerschaften beginnen und gestalten kann.
Auch die Beziehung zu sich selbst stellt eine Form der Beziehungsgestaltung dar! Unter dem schädigenden Einfluss der Bezugspersonen können daher diese Kinder kein realistisches Konzept von sich selbst als Mensch entwickeln. Sehr häufig äußert sich dies in Aussagen wie: „So wie ich bin, bin ich nicht richtig!” oder „Ich weiß gar nicht., wie ich wirklich bin.” oder „In mir ist eine unendliche Leere, die mir Angst macht.” oder „Ich fühle mich selbst nicht.”

Erschwerend kommt bei der Borderline-Problematik hinzu, dass die „Beziehungs-Schäden” sehr oft in jungen Kinderjahren entstanden sind (meist 0 bis 6 Jahre) und somit das Kind ganz besonders verletzbar war.

Folgende Erlebnisse sind typische Ursachen für die Entwicklung einer Borderline-Problematik:

  • Früher Verlust eines Elternteils (ohne liebevolle Anleitung, den Verlust verarbeiten zu können)
  • heftige Ehekrisen der Eltern
  • Borderline-Problematik bei einem oder beiden Elternteilen
  • psychische, körperliche und sexuelle Gewalt
  • massive Grenzverletzungen / Missachtung der Autonomie des Kindes / Jugendlichen
  • Emotionale Manipulation / Erpressung (z.B. als Erziehungsmittel zum Wohlverhalten)
  • Beziehungsabbrüche als Erziehungsmittel
  • absichtlich doppeldeutige Kommunikation (Double Bind) z.B. als unerfüllbare Forderungen oder als gegensätzliche Etikettierung / Zuschreibung gegenüber dem Kind (z.B. „du bist ein Versager” / „streng dich an, damit du es schaffst”)
  • unstetes, launisches elterliches Verhalten zwischen übertriebener (meist unechter) Zuwendung und Fürsorglichkeit einerseits und völliger Missachtung, härtester Ablehnung und Abwertung oder Bestrafung (meist mit Gewalt),
  • ständige Angst und Unsicherheit, wie die Eltern / Bezugspersonen im nächsten Moment agieren oder reagieren
  • Lange Phasen der Verlassenheit, Vernachlässigung und Emotionalen Entbehrung

Grundsätzlich findet sich als Ursache immer extreme Formen der Nichterfüllung der meisten menschlichen Grundbedürfnisse (wie sie die Schematherapie erkannt hat) bzw. Einzel-Erlebnisse oder Lebensphasen, in denen eher das aktiv praktizierte Gegenteil von Erfüllung der Grundbedürfnisse – meist auch in Verbindung mit Gewalt – erlitten wurde.

Kein Entrinnen vor den Bezugspersonen / Eltern möglich – Dauerstress hat böse Folgen

Durch die oben aufgezählten, leidvollen Erlebnisse steht das Kind in einem andauernden Stress-Zustand, denn es kann den beiden genetisch verankerten Grundmustern zur konstruktiven Bewältigung der Situation – dem Kampf oder der Flucht – in dieser Situation nicht folgen. Beide Reaktionen, Kampf oder Flucht, würden im eigenen Untergang enden. Denn ein Kind ist völlig abhängig von den Eltern / Bezugspersonen und deren Wohlwollen.
Um diese katastrophale Situation besser aushalten zu können, entwickelt ein Kind Strategien und Verhaltensweisen, die wenigstens eine gewisse Verringerung des Leids bringen. Außerdem versucht das Kind, dem ganzen einen Sinn zu geben bzw. eine halbwegs logische Erklärung zu finden für das, was es erleidet (Versuch der Einordnung und Verarbeitung des Erlebten), obwohl dies – realistisch betrachtet – unmöglich ist.

Unbändige Sehnsucht nach liebevollen Beziehungen

So versucht das Kind / der Jugendliche, trickreiche Verhaltensweisen und es schwankt es ständig zwischen der Strategie hin und her, einerseits die Eltern / Bezugspersonen zu hassen, ihnen aber zugleich wegen der bestehenden Abhängigkeit Liebe beweisen zu müssen, um noch Schlimmeres abzuwehren.
Ferner entwickelt es häufig gegenüber den Eltern / Bezugspersonen ein Helfersyndrom: Es möchte den „bös gewordenen“ Eltern helfen, wieder „lieb“ zu sein. Und schließlich idealisiert es die Eltern / Bezugspersonen, wenn diese mal wieder einen Moment der Fürsorglichkeit und Zuwendung zu ihrem Kind ausleben.

Diese (und weitere) Verhaltensmuster spiegeln sich in der Beziehungsgestaltung wieder, wenn diese Kinder erwachsen werden. Genau so idealisiert er dann die Partnerin und je größer die Idealisierung, desto krasser die Enttäuschung, weil eine Ideal-Vorstellung eben unrealistisch ist und von keinem Menschen wirklich erfüllt werden kann.
Erst ist diese unendliche Sehnsucht nach Sicherheit, Geborgenheit, Zuwendung und Liebe da. Aber wenn endlich ein Liebespartner gefunden ist und tiefe Nähe entstehen könnte, entsteht große Angst und Unsicherheit. Denn der Betroffene hat in sich keine Vorstellungswelt, keine Erfahrungswerte, wie diese Beziehungs-Nähe inhaltlich ausgefüllt und gelebt werden könnte. Diese Angst und Unsicherheit führt zu Überforderungs-Stress. Um diesen fürchterlichen Gefühlen entkommen zu können und die Kontrolle wieder zu erlangen, sieht der Betroffene meist nur die Möglichkeit, die gerade entstandene Nähe gewaltsam zu zerstören. Der Zustand der Zerstörung entspricht aber dem leider „vertrauten” und somit „sicheren” Bild aus der KIndheit / Jugendzeit, sodass evtl. sogar ein Gefühl von Sicherheit entstehen kann – trotz der Zerstörung!
Das Leid aus dieser Zerstörung wird oft durch Alkohol / Drogen betäubt. Die Trauer über die Zerstörung kann zu massiven Schuldgefühlen führen, die in Selbstbestrafungs-Handlungen enden. Schließlich entsteht erneut die große Sehnsucht… / siehe oben.

In meinen Buch-Empfehlungen finden Sie die von mir hier skizzierten Zusammenhänge und psycho-logischen Mechanismen mit der Authentizität Betroffener wieder:

  1. Wie der Falter in das Licht
  2. Borderline brach Herz
  3. Emotionale Erpressung

In der Kindheit / Jugendzeit erfordert das Klima der ständigen Angst, Unsicherheit und Unbeständigkeit außerordentlich trickreiche Anpassungen an die ungünstigen Verhaltensweisen der Bezugspersonen. Zugleich können die Kinder kein eigenes Wertesystem aufbauen für das, was „richtig“ oder „falsch“ ist. Sie wissen einfach nicht, woran sie sind.
Und sie wissen nicht, wie sie mit ihren starken Gefühlen umgehen sollen, die durch derartige Zustände ausgelöst werden. Die Gefühle sind dann derart übermächtig, dass die Kinder zwischen dem Zustand, in Aggression völlig auszurasten, andererseits aber auch Gefühle völlig zu unterdrücken, hin und her schwanken. Werden die Gefühle stark unterdrückt, entsteht oft ein Zustand innerer Leere. Um sich überhaupt wieder selbst spüren zu können, greifen die Kinder oft zu selbstverletzenden Tätigkeiten, wie Ritzen, Schneiden usw.
Genau so oft kann sich aber auch ein Gefühl extremer innerer Spannung aufbauen. Um dieses abzubauen, sehen die Kinder ebenfalls die Selbstverletzung oft als einziges Hilfsmittel. Der überwältigende innere Schmerz, der nicht gehandhabt werden kann, wird dann nach außen gebracht, wo er durch die Handlung kontrollierbar wird.

Aufgrund der Schilderung hier ist ersichtlich, dass die Betroffenen sich innerlich in einem andauernden Chaos befinden, zumal die heftigen Stimmungsschwankungen dazu führen, dass man sich selbst nicht mehr vertrauen kann. Denn schon im nächsten Moment können alle guten Vorsätze oder Erkenntnisse über den Haufen geworfen werden.

Einige typische Folgen von derart extremem Leid

Die Bewältigungsstrategien des Erwachsenen mit Borderline-Symptomatik stehen besonders auffällig in Gegensatz zu seinen altersgemäß zu erwartenden Fähigkeiten und Handlungs-Freiräumen. Sie wirken daher auf Außenstehende oft unverständlich oder zuweilen sogar abschreckend. Entsprechend hoch ist der Leidensdruck der Betroffenen.
Um diesen Leidensdruck zu mildern, werden oft Drogen konsumiert oder „zum Ausgleich für das Leid“ lustvoll riskante Betätigungen gesucht (Rasen mit dem Auto, sexuelle Ausschweifungen usw.) und wenn das Leid zu groß wird, neigen Betroffene zum Suizid.

Die wenigen Fähigkeiten, die ein Kind solchen Erlebnissen gegenüber stellen kann, sind aus Sicht eines Erwachsenen sehr einfach, wie z.B. die Orientierung danach, ob etwas richtig oder falsch, bedrohlich oder sicher, gut oder schlecht ist. Diese stark vereinfachende Einteilung, auch Schwarz-Weiß-Denken genannt, ist (neben anderen Erscheinungen) typisch für eine Borderline-Problematik. Ursache ist das Fehlen von eigenen Wertemaßstäben oder auch die Angst davor, mit eigenen Einschätzungen einer Situation falsch zu liegen und dann in (Lebens-)Gefahr zu geraten.

Wurde wiederholt Gewalt erlitten, so hat man als Kind meist sehr feine Wahrnehmungen dafür entwickelt, in welcher Stimmung ein anderer Mensch gerade ist und ob von ihm Gefahr droht. – Da die Kindheit meist sehr leidvoll war, hat man als Kind gelernt, Gefühle völlig zu unterdrücken. Dies führt einerseits zu einer ständigen hohen inneren Spannung und andererseits oft zu einem depressions-ähnlichen Gefühl des Nicht-Fühlens und zuweilen auch des sich selbst nicht mehr spüren. Manche Betroffene haben schon früh entdeckt, dass sie durch Selbstverletzung (Ritzen, Schneiden usw.) die Spannung abbauen können, aber auch sich wieder selbst spüren können.

Typisch ist auch, dass eine im Erwachsenen-Alter erlebte Situation, die der damals als traumatisch erlebten Situation ähnelt, zu Angst- und Panikanfällen mit heftigen körperlichen und psychischen Symptomen führen kann. Hier reicht es manchmal aus, einen Geruch oder ein bestimmtes Geräusch wahrzunehmen (Trigger). Hier liegt dann zusätzlich eine posttraumatische Belastungs-Problematik vor.

Traumatisierung, Trauma (Mehrzahl: Traumata)

Das Wort „Trauma” bedeutet ganz allgemein lediglich „Verletzung”. Im Zusammenhang mit der Psyche und der Psychotherapie aber hat es eine spezielle Bedeutung:
Ein (psychisches) Trauma kann immer dann entstehen, wenn ein Mensch einer Situation, einem einzelnen Ereignis oder einem länger dauernden extremen Einfluss ausgesetzt war, das derart überwältigend leidvoll war, dass die eigenen Möglichkeiten der angemessenen Verarbeitung des Geschehens überschritten wurden. Nicht immer, aber ziemlich oft entsteht das Trauma in einer Situation, in der das eigene Überleben auf dem Spiel steht.
Ferner kann ein Trauma entstehen, wenn über eine längere Zeit hinweg in massiver Weise elementare Grundbedürfnisse eines Menschen nicht erfüllt werden oder sogar das Gegenteil der Erfüllung von Grundbedürfnissen erlitten wurde. (Beispiel: Wenn Kinder vernachlässigt werden, keine emotionale Zuwendung erhalten usw.) Dies ist sehr oft bei den Ursachen der Borderline-Problematik der Fall, sodass sehr viele Menschen mit Borderline-Problematik zugleich auch traumatisiert worden sind und unter einer Posttraumatischen Symptomatik leiden.

Leider wird der Begriff „Trauma” geradezu inflationär verwendet und jedes etwas größere Wehwehchen wird sofort als „Trauma” aufgewertet. Zugleich wird damit aber das Leid aus einem tatsächlichen Trauma damit verharmlost. Außerdem stumpfen viele Menschen ab und wollen einfach nichts mehr davon wissen, wenn jemand über ein „Trauma” spricht, auch wenn die Verwendung des Begriffs angemessen war.

Die folgenden Anregungen können Ihnen Mut geben:

  • Seit Ihrer Geburt existiert in Ihnen ein guter, nie zerstörbarer Kern, der nie verloren gehen kann und zu dem Sie immer Zugang haben.
    Es ist offensichtlich, dass Sie über ganz außergewöhnliche und überdurchschnittliche Kräfte verfügen! Denn sonst hätten Sie die schrecklichen Erlebnisse damals nicht überlebt. Das schafft nicht „jeder“! – Jetzt können Sie diese Kräfte dazu einsetzen, in einer Therapie all diese Probleme zu bewältigen!
  • Die Tatsache, dass Sie sich jetzt für eine Therapie entscheiden, beweist bereits, dass Sie ein starkes Erwachsenen-ICH in sich tragen, mit dem Sie die Therapie erfolgreich nutzen können.
  • Eine Zen-Geschichte: Ein Riese wanderte voller Wut über sein unglückliches Leben durch eine große Wüste. Plötzlich sah er einkleines Bäumchen. Da er sonst nichts hatte, woran er seine Wut hätte auslassen können, packte er einen Felsbrocken und warf ihn auf das Bäumchen. Rund 20 Jahre später kam der Riese wieder an diesem Ort vorbei. Er sah einen ganz ungewöhnlich großen, mächtigen Baum. In der Krone des Baumes lag ein gewaltiger Felsbrocken.

Was ich für Sie tun kann… – gerade als ehemals selbst Betroffener

Ja, Sie haben richtig gelesen! Auch ich hatte überwiegend keine glückliche Kindheit. Psychische und körperliche Gewalt waren an der Tagesordnung. Eiskalt und zynisch abwertend habe ich meine Mutter oft erlebt. Vater neigte zu starken Wutausbrüchen, war aber eigentlich schwach und feige und stand unter der Befehlsgewalt der Mutter. Dieses Szenario wurde überschattet von den ständigen Intrigen der Großmutter, denen niemand entkommen konnte, weil sie mit im Haus wohnte.

56 Jahre lang lebte ich mit den Beeinträchtigungen und konnte meine persönlichen Potenziale nur in geringem Maße leben. Nach der Insolvenz meines dritten Kleinunternehmens brach ich in BurnOut und Depression zusammen. Mehrere Psychotherapeuten und Psychiater erlebte ich als inkompetent oder wenig hilfreich oder auch überfordert mit meiner Problematik.
Glücklicher Weise kam ich gerade noch rechtzeitig in eine Psychosomatische Klinik, in der ansatzweise bereits mit Schematherapie gearbeitet wurde. Das war wie ein Wunder für mich, denn als erstes begann keine Therapie, sondern eine Psychoedukation, eine Art Vortragsreihe, in der ich endlich verstehen konnte, was in mir vorging und warum es mir bisher nicht gelang, mein Leben so zu getalten, wie ich es gern hätte.

Im Frühjahr 2009 sah die Welt für mich völlig anders aus! Ich hatte mich im wahrsten Sinne des Wortes „neu erfunden”. Die alte Vorstellungswelt, wie ich denn als Mensch sei und für was ich stehe, habe ich erfolgreich ablösen können durch eine realistische Sicht. Ab August 2009 arbeitete ich dann als Psychologischer Berater in Rottweil. Das Weitere finden Sie in meiner Biografie hier.

Die Schlussfolgerung aus meiner Darstellung:
Es ist nie zu spät für eine ursächliche und nachhaltige Therapie!
Ich ermutige Sie nachdrücklich dazu, sich NIEMALS aufzugeben!

 

Ich biete Ihnen mein Mitgefühl, meine eigene Erfahrung und meine Fachkompetenz an!

Aufgrund meiner eigenen Entwicklung und meiner eigenen erfolgreichen Therapie kann ich mich in ungewöhnlich tiefem Maße in andere Menschen mit ähnlicher Problematik hinein versetzen, mit ihnen mitfühlen, sie verstehen und auch die „Psycho-Logik”, die die ungünstigen Verhaltensweisen fördert und aufrecht erhält, bestens verstehen. Diese „Psycho-Logik” entzieht sich dem analytisch denkenden Verstand, der in unserer Leistungsgesellschaft fälschlich als das Allheilmittel gefeiert wird. Die Psyche hat ihre eigene Logik.

Ich glaube auch, dass das Verständnis für dysfunktionale Persönlichkeits-Akzentuierungen sich bis heute unzureichend in psychotherapeutischen Fachbüchern nieder geschlagen hat. Sogar in Büchern zur Schematherapie finde ich ganze Passagen, in denen erkenntlich wird, dass die Einfühlung in die Welt eines Menschen mit z.B. Borderline-Problematik nicht wirklich gelungen ist. Demnach behaupte ich, dass der bestgeeignete Therapeut derjenige ist, der selbst gelitten hat und seine Persönlichkeits-Akzentuierungen durch eine gründliche, ursächliche Psychotherapie überwunden hat. Er arbeitet dann aufgrund seiner eigenen Erfahrungen, sodass eine besondere Qualität  entsteht, die nicht durch ein Studium oder Diplome erreicht werden kann.

Noch etwas zur Schematherapie

Schon früh habe ich mich auf ein herausragendes Psychotherapie-Verfahren spezialisiert, die Schematherapie. Diese Therapieform wurde im Laufe der 1990er Jahre entwickelt und kam zu Beginn des Jahres 2000 nach Deutschland. Schematherapie wurde ursprünglich speziell für Menschen mit dysfunktionalen Persönlichkeits-Akzentuierungen entwickelt, weil die bisher üblichen Methoden der Psychotherapie nur wenigen Betroffenen helfen konnten und zudem zu ineffizient und zu wenig nachhaltig waren.
In den folgenden Jahren wurde gerade in Deutschland und den Niederlanden die Schematherapie enorm weiter entwickelt. Es zeigte sich, dass die Grundlagen des therapeutischen Vorgehens auch bei den meisten anderen psychischen Schwierigkeiten effizient und nachhaltig wirksam ist. (Darauf beruht die breite Fächerung meiner therapeutischen Angebote über alle häufug vorkommenden psychischen Probleme.)

Ich selbst empfand die Schematherapie als äußerst stimmig – auch in ihren Erklärungsmodellen, die zu Beginn einer Therapie den Klienten vermittelt werden. Hier sehe ich den größten Vorteil, weil die Klienten gleich zu Beginn der Therapie erleben, dass sie selbstwirksam sein können und nicht länger hilfebedürftig sind, sondern eher eine gute Anleitung und Begleitung benötigen!

Ein weiterer Grund für mich, die Schematherapie zu erlernen war meine Erkenntnis, dass bei sehr vielen Menschen die Kindheit und Jugend ungünstig verlaufen ist und dass bei ca. 80% der erwachsenen Menschen starke Prägungen und Muster wirksam sind, die durch Psychotherapie aufgelöst werden können. Denn die Automatismen dieser Muster hindern sie daran, ihre wirklichen Potenziale zu entfalten und zu leben und ihr Leben glücklicher zu gestalten. Sehr viele dieser Menschen können ihre vorhandenen Potenziale nur wenig nützen und bleiben daher weit hinter den Möglichkeiten zurück, die ihnen eigentlich zur Verfügung stehen würden.

Und schließlich habe ich die Wirksamkeit und Stimmigkeit der Schematherapie vor etlichen Jahren als Patient selbst kennen gelernt (wie Sie in meiner Selbstdarstellung sehen können). Daher kenne ich dieses Therapieverfahren sowohl aus Sicht des Patienten als auch aus Sicht des Therapeuten mit seinem erworbenen Fachwissen.
Gerade diese besondere Qualität von eigenem Erleben, eigener Lebenserfahrung in Kombination mit fundiertem Fachwissen ist es, warum ich meine Klienten so erfolgreich begleiten kann. Und deshalb sind meine Klienten ebenfalls erfolgreich, ihre Schwierigkeiten zu bearbeiten und nachhaltig zu verringern oder ganz aufzulösen! Dies gilt besonders für das Themenfeld der Persönlichkeits-Akzentuierungen.

Vieles von dem, was ich in den Artikeln über Trauma / Gewalt / Missbrauch sowie über Ängste / Phobie / Panik und auch über Zwänge und über Depression geschrieben habe, ist bei der Bearbeitung von schädigenden Akzentuierungen der Persönlichkeit ebenfalls gültig. Zudem  bestätigt sich hier, dass es die klare Abgrenzung der verschiedenen „Persönlichkeitsstörungen”, wie sie in der ICD-10 beschrieben ist, gar nicht gibt. Immer treten Mischformen verschiedenster Problemarten gleichzeitig auf.
Und es wird deutlich, dass alle psychischen Probleme letztlich immer auf die gleiche Logik der Psyche zurück zu führen sind. In keiner mir bisher bekannten Therapieform spiegelt sich dieses grundlegende Prinzip der „Psycho-Logik” derart umfassend wider, wie in der Schematherapie. In zahlreichen Studien zeigte sich die Schematherapie gerade bei der Therapie von Borderline-Problematik sowie von anderen Persönlichkeits-Akzentuierungen als überragend erfolgreich und vor allem nachhaltig wirksam.

Und dies ist der Grund, warum ich mich auf Schematherapie spezialisiert habe und warum ich in derart vielen, scheinbar sehr verschiedenen psychische Problemfeldern kompetente und erfolgreiche Therapie leiste.

Das könnte Ihr nächster Schritt sein:

Vereinbaren Sie ein kostenloses und unverbindliches Erstgespräch mit mir in meiner Praxis: Tel.: 0741 - 440 74 67 — Falls Sie den Anrufbeantworter erwischen, bitte ich Sie, eine Nachricht mit Ihrer Rufnummer zurück zu lassen und einen Terminwunsch anzugeben, wann ich Sie am besten telefonisch erreichen kann. Ich rufe schnellstmöglich zurück!
Terminvereinbarungen per eMail sind nicht möglich, da zu einer effizienten Terminvereinbarung ein persönlicher Dialog gehört.