Zwänge haben sehr oft ähnliche Ursachen: Es ist der Wunsch nach Kontrolle, nach Sicherheit, nach Macht, nach der Fähigkeit Grenzen setzen und durchsetzen sowie die eigene Autonomie beanspruchen und verteidigen zu können. Diese Wünsche gehören zu den menschlichen Kernbedürfnissen. Wenn diese nicht erfüllt werden – besonders in der verletzlichen Kindheit und Jugend – können massive psychische Probleme entstehen. Glücklicher Weise lassen sich mit der Schematherapie derartig entstandene Probleme mit bestem Erfolg bearbeiten und auflösen.

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Vermiedene Gefühle führen zu immer größerem Leid

Unglücklich ist dabei, dass ein vermiedener Schmerz, ein vermiedenes Leid und eine vermiedene Angst immer stärker werden, je mehr man sie unterdrückt. Deshalb verstärken sich die Intensität und die Auswirkungen von Zwängen immer mehr und sie neigen zur Chronifizierung, wenn keine Therapie erfolgt. Außerdem ist nachgewiesen, dass sich die mit Ängsten, Zwängen verbundene Denkstruktur durch zusätzliche neuronale Verknüpfungen „festsetzt”, ähnlich wie depressives Denken und Fühlen.

Der Zwang ist oft der (vergebliche) Versuch, eine leidvolle Situation bewältigen wollen Das erscheint dem menschlichen Verstand unlogisch. Aber die Psyche folgt ihrer eigenen Logik. Und um diese Logik verstehen zu können, ist meistens ein Psychotherapeut erforderlich. Hier ein Beispiel für die Logik einer Zwangs-Problematik:

die Logik eines Zwangs-Problem – ein Beispiel

Ein Klient erlebte in seiner Kindheit, dass die alkoholabhängige Mutter öfters tageweise außer Haus und unauffindbar war. Die Ehe der Eltern stand ständig auf dem Spiel. Die Großeltern versuchten, für das Kind zu sorgen, waren aber beide bereits altersschwach und der Großvater musste oft stationär ins Krankenhaus. Hieraus entstand beim Kind ein Zustand ständiger Anspannung, Angst, Besorgheit und Unsicherheit.

Das Kind entwickelte bald darauf als Bewältigungsstrategie Zwangshandlungen. Die Logik dahinter: Die leidvolle Situation beruhte auf Unsicherheit. Mit dem Ausführen der Zwansghandlung wollte das Kind für sich Sicherheit herstellen, indem es die Fantasie erfand, dass es durch das Ausüben der Zwangshandlung ein befürchtetes Unheil abwenden könnte.
Der Vorteil, den sich das Kindes davon versprach: Statt untätig und hilflos die leidvolle Situation aushalten zu müssen, konnte es durch diese Logik sich selbst als selbstwirksam und handlungsfähig gegenüber der ständigen Bedrohung erleben und glauben, dass es so die Kontrolle über die Situation hätte und daher das Gefühl der Unsicherheit, der Angst usw. verringern könnte.

Wie meistens bei Zwängen verselbständigten sich diese: Aus der vom Kind erwünschten und dann auch tatsächlich damals verspürten Erleichterung beim Ausführen derartiger Handlungen wurde ein Zwang, dem es sich nicht mehr entziehen konnte. Der Zwang verselbstständigte sich sozusagen. Bei allen möglichen Alltagssituationen, die Angst, Besorgheit, Unsicherheit und Zweifel auslösen konnten, führte die Zwangsproblematik nun zu geradezu automatisch ablaufenden, ritualhaften Handlungen, wie z.B. sechs mal die Hände waschen, sechs mal die Tür abschließen / schließen usw. Es war der hilflose Versuch, wieder Sicherheit herzustellen, wenigstens in dem kleinen Bereich der Hand-Hygiene oder dem Bereich des Schutzes durch eine sicher geschlossene Tür.

Der Klient nahm damals als Kind an einer eine symptomatischen (nicht ursächlichen) Therapie (Verhaltenstherapie) teil und überwand scheinbar die Zwangsstörung. Die als Ursache vorhandene Prägung aber blieb im Unterbewussten bestehen.

Im Erwachsenenalter kam sie dann plötzlich in anderer Form wieder zum Vorschein. Der Klient versuchte, ein andauerndes Gefühl der Unsicherheit, der fehlenden Selbstwirksamkeit und Kontrolle durch ein ständiges, angespanntes Beschäftigt-Sein zu mildern.
Seine unbewusste Überlegung: Je mehr ich tue und mich anstrenge, damit Unheil vermieden wird, um so größer ist die Sicherheit, dass tatsächlich nichts Schlimmes geschieht. Dies führte zur völligen Überlastung und der Klient geriet in BurnOut und Depression. Zum Schluss war er in seiner Position als Inhaber seines Unternehmen nicht mehr in der Lage, selbst einfachste Entscheidungen zu treffen, aus Angst, sie könnten falsch sein und er könne dann eventuell schlimme Folgen nicht mehr kontrollieren.

Im Zuge einer ursächlichen Therapie konnten durch das systematische Erkennen der Ursachen, der Wirkungsmechanismen (Psychodynamik) und der Auswirkungen auf sein jetziges Leben die Prägungen aus der Kindheit bearbeitet und deren Wirkungen aufgelöst werden.

Nicht immer sind die Ursachen oder Auswirkungen so, wie in diesem Beispiel. Daher gibt es in der Therapie keine Patentrezepte. Aber die Grundprinzipien einer ursächlichen therapeutischen Arbeit sind immer gleich! – Zudem wird an dem Beispiel deutlich, dass eine reine Verhaltenstherapie oder sogenannte „Kurzzeit-Therapien” wegen der fehlenden Ursächlichkeit nur wenig Erfolg bringen können.

Therapie von Zwängen

Bisher bekannte Therapieansätze beschränken sich auf kognitive Verhaltenstherapie einschließlich der Expositions-Therapie, bei der der Klient der Angst erzeugenden Situation unter schützender Begleitung des Therapeuten ausgesetzt wird sowie auf die Verordnung von Antidepressiva. Zwar liegen die Erfolgsraten bei tüchtigen Therapeuten zwischen 70% bis 85%, jedoch beträgt die Rückfallquote zwischen 25% und über 50%.
Anscheinend fehlen bestimmte ursächliche Gesichtspunkte bei diesen Therapieformen, denn sonst wäre die Rückfallquote nicht so hoch.

Seit einigen Jahren wird auch bei Zwängen die Schematherapie vermehrt eingesetzt und die Therapie-Erfolge liegen auf ähnlich gutem Niveau oder besser, wie die o.g. Therapieansätze. Aber die Rückfallquote liegt erstaunlicher Weise bei unter 15% bis 20%. (Vortrag von Frau Dipl.Psych. Nicola Thiel, Münster) (falls Link defekt, auch hier)

Die Schematherapie fragt nicht nur nach den Verhaltensweisen und Bewältigungsstrategien, sondern auch danach, wie diese entstanden sind und ob diese eher Ausdruck von Überkompensation (Kampf) oder Vermeidung (Flucht) oder Erstarrung (sich fügen) sind.

In der Schematherapie wird bei Bedarf eine besondere Form der Expositionstherapie angewendet: Gemäß dem psychischem Modell der drei ICH-Anteile wird das Kind-ICH und dessen Gefühle und Gedanken in der Exposition wie in einem Rollenspiel getrennt vom gesunden Erwachsenen-ICH betrachtet. Durch das Beobachten der „Inneren Dialoge” zwischen den ICH-Anteilen sowie die therapeutische Anleitung dazu, können die Antriebskräfte für Zwänge vermindert und schließlich meist ganz aufgelöst werden.

Ich freue mich, dass ich die Schematherapie als meine therapeutische Kernkompetenz ausgewählt habe und daher aufgrund des breiten Anwendungsbereichs so viele Menschen dabei begleiten kann, sich aus Leid und schädlichen Entwicklungen zu befreien.

Das könnte Ihr nächster Schritt sein:

Vereinbaren Sie ein kostenloses und unverbindliches Erstgespräch mit mir in meiner Praxis: Tel.: 0741 - 440 74 67 — Falls Sie den Anrufbeantworter erwischen, bitte ich Sie, eine Nachricht mit Ihrer Rufnummer zurück zu lassen und einen Terminwunsch anzugeben, wann ich Sie am besten telefonisch erreichen kann. Ich rufe schnellstmöglich zurück!
Terminvereinbarungen per eMail sind nicht möglich, da zu einer effizienten Terminvereinbarung ein persönlicher Dialog gehört.