Nach Meinung der Pharma-Industrie, vieler Psychiater und Wissenschaftler sind Psychopharmaka segensreiche Hilfsmittel mit „vertretbaren Nebenwirkungen”. — Wenn Sie aber direkt mit Betroffenen sprechen, ist die Meinung oft völlig entgegengesetzt.
Wie ist das möglich? Und wie entscheiden Sie sich, wenn man Ihnen ein Mittel verordnet hat?

Achtung! Keinesfalls rate ich dazu, bestimmte Mittel einzunehmen oder schon verordnete Mittel abzusetzen! Grundsätzlich respektiere ich die Entscheidung verordnender Ärzte zu diesem Thema! — Wenn Sie Psychopharmaka absetzen wollen, lesen Sie auch das Buch von Peter Lehman hierzu und besprechen Sie Ihre Entscheidung mit Ihrem Arzt.

Achtung! Das plötzliche Absetzen von Psychopharmaka kann äußerst gefährliche Wirkungen auslösen!

Noch ein Hinweis: In jedem Berufsstand werden verschiedene Meinungen vertreten. Im Folgenden kritisiere ich die Haltung von denjenigen Ärzten und Psychiatern, die eine einseitige, unkritische Haltung zur Verordnung von Psychopharmaka einnehmen — einschließlich der Ansichten der „üblichen Lehrmeinung” oder der DGPPN. Ich kritisiere oder verurteile keinesfalls pauschal einen ganzen Berufsstand!
Ebenso kritisiere ich die Pharma-Industrie, so weit bei deren Aktivitäten der Profit wichtiger ist, als die Gesundheit und die Würde der Menschen.

Nach all meinen negativen Erfahrungen und den Berichten meiner Klient/innen komme ich zu dem Ergebnis:

Grundsätzlich schaden alle Psychopharmaka mehr, als sie nutzen (sollten). Die Verordnung von Psychopharmaka ist das Zeichen von Hilflosigkeit desjenigen, der sie verordnet! – Und so langsam spricht es sich auch unter fortschrittlichen Ärzten herum, wie hier in der Deutschen Ärztezeitung.)

Bitte klicken Sie auf die Überschriften, um den zugehörigen Textabschnitt zu lesen!

Hausärzte verschreiben viel zu oft und leichtfertig Psychopharmaka!

Manchmal erlebe auch ich derart hohe innere Spannungen, dass ich sie auch mit all meinen wohlvertrauten Stressabbau-Strategien, Selbstberuhigungsmethoden usw. nicht in den Griff bekomme. Ich will aber nicht durch zahlreiche schlaflose Nächte erschöpft sein. Deshalb benötige ich zeitweise eine Einschlaf-Hilfe in Form eines Hyptnotikums (=Schlafmittel).

Ich gehe also zum Hausarzt meines geringsten Misstrauens, erkläre ihm meine Situation. In Widerspruch dazu und fast mit einer reflexartig automatisch wirkenden Reaktion fragt er sogleich: „Haben Sie schon an die Einnahme eines serotonin-wirksamen Medikamentes gedacht?” (Dies ist wohl die aktuell gängige, vornehm-vertuschende Umschreibung für ein Antidepressiva.)

Die präzise sowie ursächliche Schilderung meiner Situation musste eigentlich zu dem Schluss führen, dass ausschließlich ein Hypnotikum benötigt wurde. Und ich dachte, das müsse „ein echter Doktor” mit seinem Studium doch wissen. Aber der glaubt wohl an die Serotonin-Hypothese und neigt dazu, blindlings und reflexartig dementsprechend verordnen!

Ich komme noch weiter unten noch ausführlich darauf zu sprechen: Die sogenannte Serotonin-Hypothese ist eine Erfindung der Pharma-Industrie, um den Verkauf von sorotonin-wirksamen Antidepressiva begründen und fördern zu können. Diese These wird seit über 70 Jahren gebetsmühlenartig wiederholt, wird aber hierdurch um nichts wahrer! Denn bei fast allen Studien, die die „Richtigkeit” der Serotonin-Hypothese bestätigen, standen bis zu 80% der Autoren in einer Abhängigkeit zu den die Studie beauftragenden Pharamunternehmen! (siehe auch meine Buchempfehlung Nebenwirkung Tod von Dr. John Virapen oder hier den im Mai 2011 im Spiegel erschienenen Artikel: „Seelsorge für die Industrie”, der diese Machenschaften beschreibt und zeigt, wie sogar die Verbandsspitze der DGPPN mit der Pharma-Industrie verbunden ist!)

Mich ärgert diese weit verbereitete Arroganz und Inkompetenz mancher Hausärzte! Ich wünsche mir ein Gesetz, das den Hausärzten (die ohne Zusatzausbildung meist nur ein minimales Wissen über Psychopharmaka und Psychotherapie haben) verbietet, Antidepressiva und Neuroleptika zu verordnen! Denn das gehört nicht zum Kernbereich ihrer Ausbildung! Die Patienten werden dennoch mit diesen Substanzen in unverantwortlicher Weise geschädigt. (statistisch belegt: die meisten Antidepressiva-Verordnungen erfolgen durch den Hausarzt!)
Aus meiner damaligen eigenen depressiven Krise weiß ich, dass alle mir damals verordneten Psychopharmaka nur quälende Nebenwirkungen brachten, aber keinen einzigen Nutzeffekt!!! — Zudem weiß ich, dass das Nebenwirkungsspektrum von bestimmten Sedativa / Hypnotika erheblich geringer ist, als das von Antidepressiva! (Vergleichen Sie einfach mal die Beipackzettel!)

Übrigens: Wenn Sie bei Selbsthilfe-Initiativen (Bündnis Depression / Deutsche Depressionshilfe / Deutsche Depressionsliga) oder in Internet-Foren weitere Informationen finden möchten, so wird dort meist nur „die offizielle Lehrmeinung” vertreten, wie sie von der DGPPN und der Pharma-Industrie in Jahrzehnten der Korruption etabliert worden ist! Es ist einzig Ihre Entscheidung, wem sie glauben wollen!

Die Bedeutung von Psychopharmaka im Gesundheitswesen

Zu wenig Psychotherapeuten / Therapieplätze:

Bis zu ein Jahr lang warten viele von Depression Betroffene auf den Beginn einer Psychotherapie! Zudem hat sich eine Depression oft über einen längeren Zeitraum hinweg schleichend entwickelt. Viele Betroffene schämen sich und zögern lange, ehe sie sich um therapeutische Hilfe bemühen.
Die Hirnforschung bestätigt, dass sich neuronale Vernetzungen in Abhängigkeit von der Art und Weise der Hirnbenutzung verändern. Auch depressive Denkstrukturen verfestigen sich daher, je länger diese einwirken. (siehe hierzu auch meinen Beitrag über Chronifizierung psychischer Probleme) Zudem schädigen manche Botenstoffe den Organismus, wenn sie zu lange in hoher Dosis einwirken, wie z.B. das Stresshormon Cortisol.
Eine Psychotherapie verläuft tatsächlich viel schneller erfolgreich, wenn die depressive Phase nicht so lange angehalten hat. — Und deshalb ist es meiner Ansicht nach „Körperverletzung” und „unterlassene Hilfeleistung”, wenn die Politik vor Kurzem sogar entschieden hat, die Anzahl von Psychotherapeuten-Zulassungen zu verringern!

Aber welche Alternative hat ein Betroffener, wenn er keinen Therapieplatz bekommt? Und so ist verständlich, dass Ärzte und Psychiater zumindest diese Wartezeit mit der Verordnung von Antidepressiva überbrücken und den Leidensdruck verringern wollen, zumal oft auch Suizidgefahr besteht! Dann steht der Arzt oder Psychiater in der Haftung. Und schon diese Haftungsdrohung bringt ihn dazu, vorrangig Medikamente zu verordnen.

AD(H)S — hoher Leidensdruck aller Betroffener schafft idealen Absatzmarkt!

Allein die extreme Zunahme der Diagnose AD(H)S sollte jeden Menschen misstrauisch machen (siehe hier im Deutschen Ärzteblatt zum Barmer GEK Arztreport) Schon die in der ICD-10 beschrieben Symptomatik, die für AD(H)S typisch sein soll, ist falsch und vereinfachend! Ich weiß das, weil Therapeuten auch mir solch eine Diagnose anhängen wollten. Und ich weiß es aus Gesprächen mit betroffenen Eltern! (mehr über meine Sichtweise auf „ADS / ADHS” hier)
Das, was mit AD(H)S bezeichnet werden soll, ist keine Störung oder gar Krankheit, sondern eine Besonderheit im Temperament (die nicht nur Kinder und Jugendliche, sondern auch Erwachsene haben können). Diese Besonderheit und die hohe emotionale Sensibilität erfordert emotional kompetente Kommunikations- und Verhaltenweisen zwischen betroffenen Kindern und Jugendlichen und ihren Bezugspersonen. Genau diese Qualität ist aber in unserem heute leider üblichen gesellschaftlichen Miteinander weitgehend verloren gegangen: Leistung, Effizienz, Nullfehler-Mentalität und Perfektionismus, eine Überbetonung des Verstandes und des Wissens und eine Vernachlässigung des Gefühlslebens und der Gefühlsäußerungen beherrschen das Bild. Das aber ist ein idealer Nährboden für psychische Störungen aller Art!
Nirgendwo wird deutlicher, dass nicht die Betroffenen, sondern die Verhältnisse in unser Gesellschaft, das neoliberale System krank ist und die Menschen krank macht! (siehe hier und hier)

Statt diese verloren gegangenen oder zu wenig gelebten Qualitäten wieder herzustellen (was natürlich zeit- und personalaufwendig und somit teuer ist, dafür aber ursächlich und nachhaltig wirksam) wird die „billigste und schnellste Lösung” gewählt, nämlich die Verordnung von Psychopharmaka, wie Ritalin, Medikinet usw. — und zwar zu Lasten derjenigen, die diese temperament-bedingte Besonderheit haben. Gerechtfertigt wird diese Medikamenten-Verordnung natürlich wieder damit, dass der Körper bzw. der neuronale Stoffwechsel einen „Defekt” hätte, den man mit den Medikamenten ausgleichen könne. Dieser Quatsch ist bis heute durch nichts bewiesen! (siehe wieder meine Buchempfehlung Nebenwirkung Tod) Aber es nützt den Gewinnen der Pharma-Industrie, die dafür gesorgt hat, dass dieser Unsinn heute in den Lehrbüchern und der ICD-10 / DSM IV steht!

Perfider Weise werden die Eltern unter Druck gesetzt mit manipulativen Aufforderungen wie: „Warum wollen Sie Ihr Kind unnötig leiden lassen? Können Sie es verantworten und zulassen, dass Ihr Kind sozial ausgegrenzt wird und ihm die Zukunft verbaut wird, wenn die Problemlösung durch Medikamente doch so einfach ist?” (sinngemäß zitiert aus „Patienten-Information” der Pharma-Industrie) Schauen Sie mal dieses Video an: „Ruhig gestellt und angepasst…

Die Psychiatrie steht unter zu hohem Kostendruck…

…und ist eher auf kostengünstiges Ruhigstellen und Aufbewahren ausgerichtet. Und gerade erst wurde ein völlig unakzeptables System von Fallpauschalierung bei der Kostenabrechnung eingeführt: Nur in der ersten Aufenthaltswoche erhalten die Kliniken den vollen Abrechnungssatz. Der wird danach von Woche zu Woche geringer.
Zudem wird oft gemäß althergebrachter Lehrmeinungen behandelt, statt ernsthaft neue psychotherapeutische Ansätze und Methoden zu berücksichtigen. Gerade bei psychotischen Störungen (Störungen mit Realitätsverlust der Betroffenen) geht man in der Psychiatrie stur „nach gängiger Lehrmeinung” vor, die in Leitlinien festgeschrieben ist. Die aber sind unter massiver Einflussnahme der Pharma-Industrie entstanden (wie hier belegt) mit dem Ziel, möglichst viele Medikamente verkaufen zu können.

Aber welche Alternative hat ein Mensch in Not, der psychotische Dinge erlebt und dringend Hilfe braucht? In der Psychiatrie-Notaufnahme kann jeder sofort einen Platz bekommen und der Betroffene kann sich sogar selbst einweisen! Aber wie geht es dann weiter? Fast immer werden erst einmal Neuroleptika verordnet — und all zu oft sogar hochdosiert und sehr oft unter Zwang.

Zwangsbehandlung, Zwangsmedikation oder Zwangsfixierung…

…lässt sich allerdings auch bei optimaler personeller und finanzieller Ausstattung in Ausnahmesituationen nicht vermeiden! Wie sonst soll man mit einem Menschen umgehen, der andere und sich selbst in tobender Gewaltausübung gefährdet? — Tatsache ist im Psychiatrie-Alltag aber auch, dass diese Zwangsmaßnahmen weit über solche Not- und Ausnahmesituationen hinaus und damit missbräuschlich angewendet werden. Der Gesetzgeber zieht keine genügend scharfe Grenze, wann Zwangsmaßnahmen unzulässig sind. Die Psychiatrie müsste sich selbst ethische Grenzen auferlegen, wenn schon der Gesetzgeber einen zu großen Spielraum lässt.

Zahlreiche Betroffene von psychotischen Störungen berichten, dass die entstehenden Schädigungen durch Psychopharmaka weitaus schlimmer sein können, als die Beeinträchtigungen durch die Erkrankung selbst. (Weitere Infos dazu z.B. hier oder hier.) Hinzu kommt die Problematik der Zwangsbehandlungen und Zangsfixierungen, wobei sich zudem der Personalmangel und die Sparpolitik ständig weiter verschärft.
Soteria wurde als Alternative zur „klassischen” Psychiatrie entwickelt (z.B. Soteria, Weglaufhäuser usw.), um eine Therapie ohne Zwang sowie ganz ohne oder nur mit äußerst geringer Verwendung von Psychopharmaka anbieten zu können.

Als Alternative zur üblichen Psychiatrie existieren zum aktuellen Stand (März 2013) nur drei Soteria-Häuser in Deutschland, eines in Zwiefalten, eines in München und eines in Reichenau. Darüber hinaus existieren Psychiatrische Kliniken, die einige Gedanken der Soteria umsetzen; die finden sich hier.

Prinzip der Gesundheitspolitik: Sparen auf Kosten der Betroffenen!

Je größer das psychische Leid und die Beeinträchtigungsschwere ist, desto personal-intensiver wird eine aussichtsreiche und menschlich angemessene Behandlung. Denn meist ist bei hoher Beeinträchtigung (psychotische Störungen) zusätzlich zur Psychotherapie auch das Herstellen einer sicheren, geborgenen Räumlichkeit mit intensiver Betreuung erforderlich. Die damit verbundenen Kosten und Aufwendungen sind aber politisch unerwünscht.
Letztlich bedeutet dies, dass auf Kosten der Gesundheit von Menschen Geld gespart wird und dabei in Kauf genommen wird, dass die „billige Lösung” in Form von zweifelhaften Medikamenten die eh schon beeinträchtigte Gesundheit der Menschen noch mehr schädigt.

Psychopharmaka – eine Begriffsklärung

Bevor wir in diesem Beitrag weiter vorgehen können, möchte ich eine Begriffsbestimmung geben über „die Psychopharmaka”, damit klar abgegrenzt ist, über was ich hier schreibe:

Die Wikipedia meint dazu: Ein Psychopharmaka ist ein Arzneistoff / Medikament, das auf die Psyche des Menschen symptomatisch einwirkt (=also Symptome verändert) und vorwiegend der Behandlung psychischer Störungen und neurologischer Krankheiten dient.
Medizinisch anwendbare Psychopharmaka werden nach ihrer Wirkung und Anwendung in Gruppen eingeteilt:

  1. Neuroleptika (z.B. zur Dämpfung von Psychosen und schweren Depressionen)
  2. Antidepressiva (z.B. zur Dämpfung einer Depression)
  3. Phasenprophylaktika (z. B. Lithium zur Milderung + Vorbeugung bei bipolarer Störung)
  4. Psychostimulantien (z.B. als AD(H)S-Medikation, als „Aufputschmittel” usw.)
  5. Antidementiva (z.B. gegen Alzheimer-Demenz)
  6. Tranquillanzien (Sedativa zur Beruhigung, Hypnotica zur Schlafförderung)
  7. Anästhetica (Schmerz- und Anästhesemittel) sowie spezielle Psychopharmaka bei Parkinson, Epilepsie, Abhängigkeits-Störungen usw. lassen wir hier unberücksichtigt (sonst wird ein Buch draus).

Ich habe die Reihenfolge der Liste (ausgenommen Punkt 7) nach der Gefährlichkeit abnehmend geordnet (wobei dies nur meine Meinung wiederspiegelt). Die Antidementiva (5.) sind etwas Besonderes, denn ihre weitgehende Wirkungslosigkeit ist in vielen Versuchen bewiesen. Dennoch werden diese super-teuren Medikamente gut verkauft, weil sich meist die Angehörigen von Alzheimer-Erkrankten nicht mit dem unausweichlichen Krankheitsverlauf abfinden wollen. Ich finde es zumindest sehr bedenklich, dass mit der Verzweiflung und dem Wecken unrealistischer Hoffnung bei Angehörigen fette Geschäfte gemacht werden! Inzwischen haben sich aber auch bei einigen Antidementiva gefährliche Nebenwirkungen gezeigt, wie hier im Ärzteblatt zu lesen ist.)

Zu den Antidepressiva muss noch ergänzt werden, dass manche davon inzwischen „Off-Label”, also in Abweichung vom ursprünglich vorgesehen Zweck verordnet werden. Der Einsatzbereich erscheint mittlerweile wahllos aufgebläht und spricht eher dafür, dass es nur um hohe Absatzzahlen geht! (Genau diese Marketing-Strategie beschreibt auch Dr. John Virapen in seinem Buch Nebenwirkung Tod):
Verordnet werden sie mittlerweile als Schlafmittel (s.o. mein eigenes Beispiel), als Beruhigungsmittel, bei Ängsten und Zwängen, bei Panikstörungen, bei Problemen der Menopause (und Zurückrudern hier), bei vorzeitigem Samenerguss usw. —  Ist es denn sooo einfach? Eine Pille für alles?
Ein Medikament, das so viele Einsatzbereiche hat, wird in der Pharma-Industrie als „Blockbuster” bezeichnet, ein Super-Gewinnbringer! — Das aber sollte alle Patienten misstrauisch machen, denn solche Universalpillen gibt es einfach nicht!

Meine nachfolgenden Betrachtungen und Einschätzungen richten sich auf die Stoffe der oben genannten Gruppen 1 bis 4.

Körperlich oder Psychisch – Die einseitige Sicht vieler Psychiater

Eine wichtige Unterscheidung liegt also darauf, ob eine „psychische Störung” (ich nenne dies nicht-stigmatisierend und vorurteilsfrei: „eine Besonderheit” oder „eine Problematik”) vorliegt, oder ob eine neurologische (und somit körperliche) Erkrankung vorliegt. Neurologische Krankheiten sind z.B. Parkinson, Multiple Sklerose, Epilepsie, Alzheimer Demenz usw.)

Von jeher neigen Psychiater dazu, die meisten „psychischen Störungen” als überwiegend körperlich anzusehen. Dies ist historisch bedingt, weil es in der Zeit vor Sigmund Freud üblich war, sämtliche Krankheiten und Störungen als körperlich verursacht anzusehen. (In noch früheren Zeiten hatte sich oft die katholische Kirche eingemischt und psychische Besonderheiten mit Hexerei in Verbindung gebracht.)
Psychiater neigen dazu, die körperlich (neurologisch) bedingten Erkrankungen einerseits und die meisten „psychischen Besonderheiten” eines Menschen andererseits mit den gleichen Methoden zu behandeln, nämlich durch Eingriffe in den Körper oder dessen (neuronalen) Stoffwechsel.

Mit diesen Ansichten konnten die damaligen Nervenärzte und Psychiater ihre Unwissenheit verbergen und in narzisstischer Selbstverklärung durch ihren Aktionismus und ihre scheinbar bewiesene Lehren eine wirksame Behandlung vortäuschen. Aderlass, Kaltwasserbäder und sogar Prügel gehörten dazu. Erst mit Siegmund Freud und anderen seiner Zeitgenossen begann ein Umdenken und man versuchte erstmals, die tatsächlichen Ursachen für auffällige Verhaltensweisen und Wahrnehmungen von Patienten aufzudecken und durch Psychotherapie zu bearbeiten.

Siegmund Freud geriet mit seinen Ansichten natürlich in Konflikt zur Ärzteschaft und es gehört zu seinen großen Verdiensten, diesen Konflikt ausgetragen und damit der Psychotherapie den Weg bereitet zu haben.

Psychiatrie und Pharma-Industrie: Ursache und Wirkung vertauscht

Obwohl sich die Psychotherapie inzwischen als sehr erfolgreiche Wissenschaft und als Heilberuf durchgesetzt hat, bleiben viele Psychiater bei der Ansicht, dass psychische Auffälligkeiten eher als Folge eines gestörten neuronalen Stoffwechsels anzusehen sind und somit durch Eingriffe in den Körper oder in den neuronalen Stoffwechsel behandelt werden sollten. Dies ist verständlich, weil Psychiater früher eigentlich „Nervenärzte” waren (die heutigen Neurologen). Das überwiegend auf den Körper bezogene, medizinisch geprägte Verständnis gehört zu ihrer traditionellen Berufsgrundlage!

Ursache und Wirkung vertauscht!

Im unten folgenden Abschnitt „23 Argumente gegen Antidepressiva und Neuroleptika” erfahren Sie unter Punkt 3 und 4, dass der angeblich gestörte neuronale Stoffwechsel ein Zeichen für einen funktionierenden Regelkreis ist, der auf die vom Betroffenen erlittenen Belastungen in gesundem Maße (!) reagiert. Und dass ein Eingriff in diesen Regelkreis nur dann eine Wirkung zeigt, wenn der Regelkreis zerstört wird!

Dennoch wird die „gültige Lehrmeinung” zur angeblich überwiegend körperlich bedingten Ursache von psychischen Propblemen und zur Verordnung von Psychopharmaka nicht weiter hinterfragt oder mit neuen Erkenntnissen abgeglichen (wie in einer seriösen Wissenschaft notwendig). Diese „gültige Lehrmeinung” wird gebetsmühlenhaft von allen Autoritäten (und solchen die sich dafür halten) nachgebetet und in sogenannten Behandlungsleitlinien festgeschrieben. Und warum?

Diese Lehrmeinung bildet eine „in sich geschlossene, logische Schlussfolgerungskette” (Zirkelschluss), an deren Ende zwangsläufig immer als Ergebnis der „zwingend notwendige Eingriff” in das neuronale System des Menschen mittels Psychopharmaka steht. Und wozu ist das gut?
Weil erschreckend viele Forscher, Wissenschaftler, Psychiater auf der Gehaltsliste der Pharma-Industrie stehen, weil Gutachten zur pharmakologischen Wirkung und zu Nebenwirkungen massiv gefälscht werden und… weil weltweit billiarden-schwere Umsätze mit diesen Medikamenten gemacht werden!
Und weil viele Psychiater nicht eingestehen wollen, dass sie trotz aufwendigem Studium seit über einem Jahrhundert auf dem Holzweg sind! Die öffentliche Beschämung eines ganzen Berufsstands wäre unerträglich!

Oder um die Dinge beim ungeschönten Namen zu nennen: wegen falschem Stolz, Gier und Korruption! (siehe hierzu auch das Video „Das Pharma-Kartell – Wie Patienten betrogen werden”)

Schon die diagnostischen Grundlagen sind manipuliert

Zeigt ein Mensch in seinem Verhalten, seinen Sinneswahrnehmungen, seinen Gefühle und Bedürfnissen eine Abweichung von dem, was in der Gesellschaft als „üblich” angesehen wird, sodass er selbst oder die Gesellschaft unter diesen Abweichungen leiden, dann wird dies als „psychische Störung” bezeichnet.

Wer aber maßt sich denn an, darüber zu entscheiden, was noch als „normal” angesehen und hingenommen wird und was als „psychische Störung” gilt? Wie geradezu lächerlich wackelig die Diagnostik in der Praxis ist, zeigt ein weltweit Aufsehen erregender Versuch des Psychologieprofessors David Rosenhan, über den die Zeitung „Die Welt” hier berichtet.
Oder erinnern Sie sich an die Affäre Gert Postel! Ein ehemaliger Postbote arbeitet als Amstarzt, hielt Fachvorträge vor Psychiatern über Störungen, die es gar nicht gibt (und diesem „Fachpublikum” fiel das gar nicht auf!!!) und Gert Postel war  fast 1 1/2 Jahre lang Leiter eine psychiatrischen Klinik, ohne dass es den „Fachärzten und Therapeuten” aufgefallen ist! (siehe auch hier oder hier oder Gert Postels Video hier) So „fachlich” geht es also bei Spezialisten zu, die über Wohl und Wehe und über den psychischen Zustand anderer Menschen urteilen wollen und diese ggfs. sogar lebenslänglich wegsperren (siehe Affaire Gustl Mollath)!

Wer maßt sich denn an, darüber zu entscheiden, dass ein Mensch „behandelt” wird, sogar gegen seinen eigenen Willen? Das neue Betreuungsgesetz sowie die Unterbringungsgesetze der Länder haben nach wie vor Lücken, durch die Ärzte und Psychiater mit dem Missbrauch ihrer Gewalt so weiter machen können, wie bisher!

Bereits diese Definition, dass es darauf ankäme, ob ein Betroffener oder seine Mitmenschen unter seinen Besonderheiten leidet, ist wachsweich und folglich eine Auslegungssache.
Beispiel: Im Altertum wurden Menschen, die Stimmen hörten und Eingaben aus dem Jenseits erhielten, als Weise angesehen, die mit den Göttern in Verbindung stehen. — Heute wären diese Auffälligkeiten eine Freifahrkarte in die nächste Psychiatrie. Diagnose: Schizophrenie! Behandlung: Neuroleptika! Bei Widerstand und „Krankheits-Uneinsichtigkeit”: Betreuung einrichten und damit entmündigen! Mit richterlicher Genehmigung erfolgt dann die Fixierung und Zwangsbehandlung! Zack zack und aus!

Sie glauben, dass es doch jetzt ein neues Gesetz über Zwangsbehandlungen gibt? Ja, ja, aber es knüpft lediglich weitere formale Voraussetzungen an die Zwangsmaßnahmen der Psychiatrie! Lesen Sie hier: Die Psychiatrie ist im Kern Zwangspsychiatrie Extrem wird die Diagnostik, wenn Politik, Justiz und Psychiatrie sich in undurchsichtigen Verflechtungen miteinander verbinden, um unliebsame Bürger auf immer aus dem Weg zu räumen, wie man in der Affäre um Gustl Mollath sehen kann. (siehe hier oder hier)

Wenn es nach den Vorgaben unseres Gesundheitssystems geht, interessiert zunächst niemanden die Ursache für diese Abweichung eines Menschen vom sogenannten „Normalverhalten”! Statt dessen wurde ein Verzeichnis aller bisher häufig beobachteten Besonderheiten (=Symptome) erstellt (die ICD-10). Dann vergleicht man diesen Katalog der Störungen mit den Besonderheiten des Patienten und stellt bei genügender Übereinstimmung die Diagnose! Denn nur so kann die passende Codierung der ICD-10 festgestellt werden und nur mit dieser Codierung können Ärzte und Therapeuten gegenüber Krankenversicherungen abrechnen. Anderenfalls gibt's kein Geld!

Der Katalog der Krankheiten, die ICD-10, wurde hichsichtlich der psychischen Störungen maßgeblich von führenden Psychiatern zusammen gestellt. Und es zeigte sich nach und nach, dass die meisten dieser Psychiater zugleich auch für die Pharma-Industrie tätig waren oder sind. (siehe auch diesen Artikel im Spiegel) Und die Beschreibungen vieler Störungsbilder in der ICD-10 oder der amerikanischen DSM-IV passen „überzufällig oft” genau zum Wirkungsspektrum eines bestimmten Psychopharmakum oder einer Gruppe dieser Psychopharmaka! Herr Dr. Virapen hat in seinem Buch »Nebenwirkung Tod« diese „Zufälligkeiten” im Hinblick auf den Wirkstoff Fluoxetin sowie auf diverse AD(H)S-Medikamente (Ritalin) beschrieben.

Welche unglaublichen Zustände bei der Vermarktung und Anwendung von Psychopharmaka international und in Deutschland herrschen, zeigt ein Beitrag des ARD in der Sendereihe Reportage vom 18.02.2013 mit dem Titel: Gefährliche Glückspillen. Dieser Beitrag wurde sofort von der DGPPN in einer Stellungnahme heftig kritisiert.

Was bewirken Psychopharmaka eigentlich?

Sie beeinflussen den Aktivitätszustand und Abläufe des Zentralen Nerven-Systems (ZNS). Darüber werden psychische Prozesse wie Denken, Fühlen und Wahrnehmen beeinflusst, sowie die Steuerung der willkürlichen und unwillkürlichen Muskulatur.
Dabei geht die psychiatrische Lehrmeinung davon aus, dass psychisches Leid (ich verwende bewusst nicht die Begriffe Krankheit oder Störung) dadurch entsteht, dass bestimmte Botenstoffe im Gehirn in ein Ungleichgewicht geraten oder der „Hirnstoffwechsel” gestört ist (was oft auch auf genetische Ursachen rückführbar sei).
Dies alles sei die Ursache dafür, dass das Denken, Fühlen und Empfinden „krankhaft verfälscht” sind und die Realität nicht mehr so wahrgenommen wird, wie sie wirklich ist. Folglich hätte dieses Erleben eine biochemische Ursache im ZNS und man braucht folglich „nur” dem Ungleichgewicht der Botenstoffe im Gehirn durch die Verabreichung von Psychopharmaka entgegen zu wirken, um eine Linderung oder gar Heilung des psychischen Leid zu erreichen.
Zumindest würde der Leidensdruck verringert und die quälenden Gefühle würden gedämpft. Das Dämpfen der Gefühle ist die einzige Aussage, die stimmt! Das kann so weit gehen, dass Betroffene sich wie Zombies fühlen, wie scheintot! Und das Dämpfen der Gefühle erschwert oder verhindert eine Psychotherapie!

Die „Nebenwirkungen”

Wenn jemand vom Arzt oder Psychiater ein Psychopharmakon verschrieben bekommt, wird sehr oft der Rat gegeben: „Und lesen Sie nicht den Beipackzettel! Denn je mehr Sie auf die dort aufgeführten Nebenwirkungen achten, desto eher treten sie dann auch wirklich auf. Vergessen Sie, was da steht, denn Nebenwirkungen sind sehr selten!” — Wenn Sie aber das hier empfohlene Buch von Herrn Dr. John Virapen gelesen haben oder die gerade empfohlenen Fernsehreportage gesehen haben oder diesen Artikel im Spiegel lesen, dann wissen Sie, dass solche Arzt-Empfehlungen geradezu verbrecherisch sind!

Ferner wird von psychiatrischer Seite gerne behauptet, dass die Nebenwirkungen der Psychopharmaka von den Betroffenen meistens übertrieben dargestellt werden. Die Betroffenen könnten ihre Wahrnehmungen nicht objektiv äußern, weil ihre Wahrnehmungen nun einmal krankheitsbedingt verfälscht seien.

„Krankheitsbeweis” durch eingetretene Nebenwirkungen? Oftmals wird in der Psychiatrie sogar behauptet, dass Nebenwirkungen, die Betroffene schildern, der Beweis für ihre Krankheit sei! — Das ist nun wirklich perfide!!! Denn mit diesem Argument kann man auch völlig gesunden Menschen ein Psychopharmaka verabreichen und die dann auftretenden Nebenwirkungen als Beweis für eine „psychotische Störung” anführen, die natürlich nur mit einer Fortsetzung der Medikamenten-Einnahme oder gar einer Dosissteigerung gemildert oder behoben werden kann.
Mit einer ganz ähnlichen „Argumentations-Logik” hat die katholische Kirche seinerzeit die Hexenprozesse durchgeführt!

Wenn den Hardlinern unter den Psychiatern keine Argumente mehr einfallen, wird behauptet, dass die Nebenwirkungen hingenommen werden müssten, denn die seien immer noch weniger schlimm, als das durch die Störung erlittene Leid. Es sei eben eine Abwägung, die aber aufgrund der fachlichen Qualifikation ausschließlich nur von Psychiatern getroffen werden könne (und nicht vom Betroffenen selbst!).
Da frage ich mich, wie die das beurteilen können? Viele Psychiater haben selbst noch nicht einmal eine Depression durchlebt, geschweige denn eine Psychose. Aber wenn ein von Schizophrenie Betroffener aus eigener Erfahrung berichtet, dann wird das bis heute nicht wirklich Ernst genommen.

Sie glauben das nicht? Dann informiere ich Sie hier, dass die bis heute gültige Einteilung von Neuroleptika in nieder- mittel und hochpotente Neuroleptika (=schwach, mittel, hochwirksam) an der Schwere der auftretenden (unerwünschten) Nebenwirkungen beurteilt wird, im Vergleich der Nebenwirkungen bei Einnahme von Chlorpromazin. Als Nebenwirkung sind hier die extrapyramidalen Störungen gemeint (ein Dopamin-Mangel-Effekt der der Parkinson-Störung gleicht).
Das heißt, man bewertet allen Ernstes die Wirkung von Medikamenten am Grad der eintretenden Schädigung des Patienten! — Wer so etwas allen Ernstes für richtig hält, ist in der „geschlossenen Anstalt” gewiss am richtigen Platz! Aber als Patient und nicht als Psychiater!
Hier ein Video darüber, wie die Pharma-Industrie massive Nebenwirkungen verschweigt.

Nebenwirkungen können psychische Krise massiv verstärken

Tatsache ist ebenfalls, dass die Beeinflussung der Wirkung auf die Botenstoffe nicht nur auf das neuronale System des Gehirn beschränkt ist, sondern immer auf das neuronale System im gesamten Körper einwirkt. Es ist also unvermeidbar, dass unerwünschte Nebenwirkungen auftreten. Und das Erleiden dieser Nebenwirkungen (z.B. Verlust der Libido, Impotenz, Anorgasmie) kann die psychischen Probleme des Patienten erheblich verschlimmern.

Neuronales System zu komplex und bis heute kaum verstanden

Tatsache ist, dass das Zusammenwirken vieler verschiedener Botenstoffe und Neurotransmitter eine Funktionsvielfalt und Komplexität mit sich bringen, die sich nicht nur auf das Gehirn, sondern den gesamten Körper auswirkt und die deshalb bis heute auch mit modernsten Analysemethoden und größtem Geräteaufwand nicht einmal ansatzweise verstanden worden ist.
Im Vergleich: Niemand würde heutzutage behaupten, er würde etwas von Elektronik verstehen, weil er ein Handy bedienen kann. Aber es würde den Narzissmus der Forscher kränken und das Geschäft der Pharma-Industrie schädigen (Stichwort Arbeitsplätze!), wenn man die Arroganz, die Ignoranz enttarnt, mit der das Nichtwissen verborgen bleiben soll.

Bankrott-Erklärung der Psychiatrie findet sich im neuesten Psychiatrie-Fachbuch

Das glauben Sie mir nicht? Ich habe gerade erst die neuste Ausgabe „Kurzlehrbuch der Psychiatrie” von Bandelow, Gruber, Falkai gekauft. Es ist systematisch nach dem Katalog der ICD-10 aufgebaut. Zu fast jedem Störungsbild wird streng schematisch versucht, eine Ursache für die Störung sowie die empfohlene Behandlung (mit Psychopharmaka natürlich!) anzugeben. Und bei auffallend vielen Störungen findet sich als Ursache: „Man geht zurzeit davon aus, dass…” oder „ebenfalls wird die Möglichkeit diskutiert, dass…” oder „die Ursache ist zurzeit noch Gegenstand weiterer Forschung…” oder „es wird zurzeit mit weiteren Störungsmodellen geforscht” und manchmal steht sogar auch da: „Ursache bisher unbekannt”. — Jeder kritische und unabhängige Leser wird sich wundern, wieso sich „die Gelehrten über die tatsächlichen Ursachen weitgehend unklar sind, zugleich aber im Brustton der Überzeugung glauben zu wissen, dass dieses oder jenes Psychopharmaka hilft!
Dieses Buch ist in meiner Ansicht die Bankrott-Erklärung der Psychiatrie! Und es wurde nicht von „irgend jemandem” geschrieben, sondern alle drei Autoren sind oder waren führende Funktionäre im DGPPN. Peter Falkai, 49, Leiter der Abteilung Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Göttingen, hat im Jahr 2010 für die Pharma-Firmen AstraZeneca, Bristol-Myers Squibb, Eli Lilly, Janssen-Cilag, Lundbeck und Pfizer gearbeitet, und zwar gewiss nicht kostenlos! Und das alles erstaunlicher Weise parallel zu seinem Job als Uni-Professor und zu seiner Tätigkeit als Buch-Autor!
Zudem war er seit Anfang 2011 sogar Präsident des der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN). Ein Verband, der engste Verbindungen zur Pharma-Industrie pflegt: Der Jahreskongress der DGPPN in Berlin wird über eine Agentur in Höhe von rund 1 Million Euro gesponsert! Lesen Sie im Spiegel-Artikel selbst nach!

Aber der Nutzen ist doch größer als der Schaden durch Nebenwirkungen?

Dennoch glauben oder behaupten die Befürworter von Psychopharmaka, dass der Nutzen größer ist, als die Nebenwirkungen und dass der erwünschte Effekt meistens eintritt, denn die funktionalen Zusammenhänge zwischen den Wirkstoffen der Psychopharmaka und den Botenstoff-Funktionen seien wissenschaftlich und experimentell (evidenzbasiert) hinlänglich bewiesen.
Tatsache ist jedoch, dass bis heute keine wissenschaftlich gesicherte Erkenntnis darüber besteht, ob die Störungsursache genetisch bedingt ist oder durch neuronale Veränderungen einschließlich der Botenstoffe oder beides zusammen oder ob überwiegend Umgebungseinflüsse zu rein psychischen Störungen geführt haben. Vorsichtige Therapeuten sprechen von „multifaktoriellen” Ursachen und meinen damit konkret: Viele Gegebenheiten und Einflüsse tragen gemeinsam zur Störung bei.
Das aber ist eine lächerlich einfache Binsenweisheit, für die man kein Arzt oder Therapeut sein muss oder ein Universitätsstudium benötigt!

Die pharmakologischen Studien – Lügen und Fälschen für den Profit

Forschungsergebnisse und Studien als Wirkungs- und Unbedenklichkietsnachweis

Die Forschungen mit Psychopharmaka haben zwei Schwerpunkte:
Einerseits wird versucht, die biochemischen Reaktionen, die Funktionen der Botenstoffe im ZNS im Detail zu verstehen, aus Reihenuntersuchungen an Patienten zu „Normalwerten” zu kommen und Abweichungen davon beeinflussen zu können. Dies schließt Untersuchungen ein, wie sich das ZNS und seine biochemischen Reaktionen verändern, wenn ein Psychopharmaka einwirkt.

Andererseits wird parallel dazu in Reihenversuchen an Tieren und Menschen die konkrete praktische Reaktion erforscht. In umfangreichen Fragebögen wird versucht, die Auswirkungen der Stoffe auf das ZNS (=das Zentrale Nervensystem) sowie das Denken, Fühlen und Empfinden zu kategorisieren und auszuwerten. Auch entstehende Nebenwirkungen werden dabei erfasst. Vom Ergebnis dieser Tests ist die Zulassung als Medikament abhängig.

Natürlich behauptet jeder Hersteller, dass aufgrund dieses großen Aufwands und der großen Sorgfalt der Forschungsarbeiten sicher gestellt ist, dass das Mittel die gewünschte Wirkung hat und zugleich die Nebenwirkungen gemessen am Nutzeffekt „vertretbar gering” sind. So steht es dann auch im Beipackzettel. Unterm Strich eine klare, saubere, wissenschaftlich einwandfreie Entwicklung mit überzeugender Logik. Eine rundum saubere Sache also!

Das saubere Bild wird jedoch dadurch zerstört, dass nachweisbar klinische Studien systematisch durch Einflussnahme der Pharma-Industrie manipuliert und verfälscht werden. Ganze Kapitel des Buchs von Dr. John Virapen „Nebenwirkung Tod” beschreiben, wie diese Studen zustande kommen. Und wenn unzweifelhaft am Ende einer Studie bewiesen wäre, dass eine bestimmte Wirkung nicht eintritt? Dann wird die generelle Fragestellung der Studie derart geändert, dass dieses Studienergebnis eine positive Antwort bedeutet. oder die Studie wird schlichtweg „im Giftschrank” weggeschlossen.
Im nun folgenden Abschnitt „23 Argumente gegen Antidepressiva und Neuroleptika” erfahren Sie unter Punkt 7 und 8 weitere Details, wie Studien manipuliert und gefälscht werden.

23 Argumente gegen Antidepressiva und Neuroleptika

1. Die Wirkungsweise beruht nur auf Hypothesen, nicht auf Nachweisen

Das ZNS, die Funktionen und Wirkungsweisen der Biochemie bzw. der Botenstoffe sowie die zahlreichen gegenseitigen Beeinflussungen der Stoffe sind hinsichtlich ihrer Wirkungen auf die Psyche immer noch in zu geringem Umfang erforscht. Daher ist eine zuverlässige Aussage, wie ein zusätzlicher in dieses extrem komplexe System eingefügter Stoff wirkt und welche Nebenwirkungen möglich sind, heute sowie in absehbarer Zukunft unmöglich. (siehe auch dieses Arznei-Telegramm über Gewalttätigkeit bei Antidepressiva) Das Arznei-Telegramm ist absolut unabhängig und neutral in seinen fachlichen Äußerungen!

Die Forschungsstudien, die meistens von Psychiatern und der Pharma-Industrie angeführt werden, sprechen von der Serotonin-Hypothese, der Dopamin-Hypothese usw. und oft wird frech das Wort Hypothese (=Vermutung, Annahme) weggelassen und so getan, als sei die Hypothese eine Tatsache. In Wirklichkeit ist nichts davon jemals bewiesen worden. Es sind lediglich Vermutungen! Und dieser Zustand der Vermutungen besteht bereits seit Anfang der 60er Jahre! Wenn die Forschung doch inzwischen so fortschrittlich ist, wieso konnten diese Hypothesen dann nicht inzwischen eindeutig bewiesen oder widerlegt werden? Ganz einfach: Bei einem Beweis würde die Pharma-Industrie genau so weiter verdienen, wie bisher, bei einer Widerlegung aber würde ihr gesamtes Geschäft zusammen brechen! Also lässt man besser den Status quo bestehen und vedient weiter am boomenden Geschäft!

Die Serotonin-Hypothese ist auch aus anderem Grund völlig unglaubwürdig: Serotonin kann die Blut-Hirnschranke nicht überwinden. Dennoch ist es im Gehirn vorhanden. Also hat der Körper Möglichkeiten, die Serotonin-Zufuhr zum Gehirn selbst zu regulieren.
Tatsache ist auch, dass rund 97% des frei im Körper verfügbaren Serotonins im Verdauungstrakt zu finden ist und nur ein winziger Teil im Gehirn! Der Körper hätte also immer ausgezeichnete Möglichkeiten, eventuell „fehlendes” Serotonin im Gehirn hinzuzufügen. Wenn er das nicht tut, muss er gute Gründe dafür haben. Übrigens muss in serotonergen Antidepressiva ein enormer chemischer Trick angewendet werden, damit die Blut-Hirnschranke überwunden wird und mehr Serotonin im Gehirn verfügbar wird: Man führt Tryptophan, eine chemische Vorstufe des Serotonin zu, welches die Blut-Hirnschranke überwinden kann und dann im Gehirn in Serotonin umgewandelt wird.
Welch ein Aufwand, um ein in zigtausenden von Jahren evolutionär entstandenes und bewährtes System (die Blut-Hirnschranke) auszutricksen! Hier wird deutlich, in welch narzisstischer Überheblichkeit die Erfinder solcher Mittel handeln!Und dies

2. Die Anwendungssicherheit ist nicht sicher gestellt

Hinzu kommt der genetische Faktor: Menschen sind genetisch sehr unterschiedlich und reagieren äußerst unterschiedlich auf ein und dasselbe Mittel, einige sogar mit lebensbedrohlichen Reaktionen! Statt zuzugeben, dass keine wirkliche Anwendungssicherheit der Psychopharamaka existiert, kontert die Pharma-Industrie damit, dass man eben zig verschiedene Wirksubstanzen zur Verfügung stellt, die der Patient halt eben ausprobieren müsse, bis das bestmögliche gefunden ist.
Da jeder Wirkstoff eingeschlichen (ca. 3 bis 4 Wochen) und dann die „optimale” Dosis eingestellt werden muss (ca. 3 Wochen) und wenn das Mittel sich als untauglich erweist, dieses wieder ausgeschlichen werden muss (ca. 4 bis 6 Wochen), ehe das nächste ausprobiert werden kann, ist dies oft ein langwieriger Prozess. Der Gedanke an legalisierte Menschen-Versuche drängt sich auf. Ein derart langwieriger Vorgang des „Ausprobierens” ist einem an Depressionen leidenden Mensch nicht zumutbar!

3. Funktionierende Homöostasen (=Regelkreise) werden unterbrochen!

Das ZNS und der menschliche Organismus generell ist kein statisch funktionierendes System, sondern ein extrem komplexes, sich selbst ständig neu regulierendes und sich selbst organisierendes System. Man spricht von der Homöostase, dem Prinzip, wonach sich ein Organismus (und jedes Öko-Sytem) durch eigene Kraft ständig im Gleichgewicht hält, wie z.B. bei der Atmung, dem Blutdruck, der Regelung der Köpertemperatur usw..

Jeder, der sich nur ein wenig mit Mess- und Regeltechnik auskennt, weiß, dass es nicht möglich ist, die Ergebnisse eines geschlossenen Regelkreises dadurch zu verändern oder zu korrigieren, indem man eine externe Größe einwirken lässt, die nicht der Beeinflussung der Regelung unterliegt. Denn der Regelkreis wird immer die von außen eingebrachte Wirkung ausgleichen wollen. Solange er dies schafft, wird der zugeführte Stoff keine Wirkung und kein Ergebnis hervorbringen können.

Das bedeutet konkret: Die Wirkung der Psychopharmaka zeigt sich gerade daran, dass das natürliche Regelungssystem zusammen gebrochen ist! Und damit überhaupt eine Wirkung von Psychopharmaka einteten kann, muss dieser Zusammenbruch eines durchaus funktionierenden biologischen Regelungssystem gewaltsam herbeigeführt werden! Daraus ergibt sich die Frage, welcher Beitrag zur Heilung entsteht, wenn man den Zusammenbruch durchaus funktionierender Regelungssysteme des ZNS absichtlich herbeiführt?

4. Können sich zerstörte neuronale Regelkreise selbst regenerieren? Beweis fehlt!

Das „Regelungssystem” des Menschen ist in seiner Entwicklungshistorie nie darauf eingerichtet worden, von außen dem ZNS zugeführte Stoffe zu verarbeiten. Das Existieren der sogenannten Hirn-Blutschranke beweist dies, denn es schützt das ZNS vor der direkten Einwirkung solcher Stoffe und vor Infektionen. Werden durch die Tricks der Pharma-Hersteller dennoch solche Stoffe in das ZNS eingebracht und das Regelungssystem (die Homöostase) gestört, dann ist ungeklärt, ob ein solchermaßen gestörtes Regelsystem nach Wegfall der Störung jemals wieder so gut arbeiten kann, wie zuvor. Genau über diese Zusammenhänge und Folgen schweigen sich alle Hersteller von Psychopharmaka aus. Es gibt auch keine Forschungen darüber!
Nur Betroffene, die ihren Psychiatern und Ärzten sowie der Pharma-Industrie vertraut hatten und womöglich jahrelang diese Giftstoffe eingenommen hatten wie z.B. der oben erwähnte Buchautor Peter Lehmann oder die vielen „Psychiatrie-Erfahrenen”, können zuverlässig darüber berichten, was diese Stoffe in ihnen angerichtet haben! Und natürlich werden die kritischen Meinungen und die Bücher dieser Menschen totgeschwiegen. Es geht immerhin um einen lukrativen milliarden-schweren Markt und daher ist die Korruption sowohl auf Herstellerseite aber auch auf ärztlicher Seite an der Tagesordnung!
Solange man also gemäß 1.) bis 4.) das System nicht genügend in seiner Gesamtheit sowie in allen Einzelheiten verstanden hat, ist es unverantwortlich, Stoffe zuzuführen, die bereits in winzigsten Dosierungen extreme Wirkungen verursachen können.

5. eindeutige Zuordnung von psychischer Problematik zu einem Wirkstoff fehlt

Es ist bisher noch nicht gelungen, durch Großversuche eine klare Zuweisung zwischen der Gabe eines bestimmten Psychopharmaka und einer damit erzielten, genau beschriebenen und klar abgegrenzten psychischen Wirkung zu erhalten! Statt dessen ist die Beschreibung des Einsatzbereichs (der Indikation) eines Mittels meist ungenau und schwammig.
Schon oft wurde die Indikation eines Mittels nach dessen Zulassung völlig verändert, wenn man nach etlicher Zeit des Einsatzes in der Praxis festgestellt hatte, dass bei einer anderen Störung ebenfalls eine angeblich positive Wirkung zu verzeichnen war. (siehe die Berichte über Fluoxetin als „Blockbuster-Medikament” im Buch von Dr. John Virapen) Man sieht hier überdeutlich, dass es nicht um die Gesundheit der Menschen geht, sondern einzig und ausschließlich um die Profite der Pharma-Industrie!

6. Doppel-Blind-Pharmako-Tests haben bei Psychopharmaka keine Aussagekraft!

Die Forschungsergebnisse der Pharma-Industrie beruhen weitestgehend und weil auch gesetzlich vorgeschrieben, auf sogenannten Doppel-Blind-Studien. Eine Gruppe Versuchspersonen erhält das echte Test-Medikament, die andere ein Placebo (=Pille ohne Wirkstoff) und nicht einmal diejenigen, die den Versuch durchführen, wissen, welche Gruppe oder Pille nun den Wirkstoff hat. Leider sind diese Tests zumindest beim Versuch mit Psychopharmaka reichlich sinnlos, denn ein beträchtlicher Teil der Versuchspersonen, die das „echte Mittel” erhält, wird bald Nebenwirkungen verspüren und spätestens ab diesem Zeitpunkt ist es aus mit dem „Double-Blind-Test”, weil offensichtlich ist, wer ein Placebo erhalten hat! Kritiker sprechen auch vom Double-Bluff-Test.

7. Die Logik des Angebots zeigt die Erfolglosigkeit und Zweifelhaftigkeit

Psychopharmaka führen allesamt nicht zu der Problemlösung, die sie versprechen! Dies kann ein Laie mit einfacher Logik der Marktgesetze beweisen:
Wie viele Mittel gibt es, mit denen Viren erfolgreich bekämpft werden? — Es gibt nur einige Dutzend. Es besteht keine Notwendigkeit, eine unüberschaubar große Anzahl verschiedenster antiviraler Mittel zu entwickeln, denn es gibt keinen Markt dafür. Warum? Weil die vorhandenen Mittel ausreichen und erfolgreich sind.
Immer wieder kommen auch Forschungsergebnisse aus fast neutraler Quelle wie diese des IQWIG hier an die Öffentlichkeit und zeigen, wie wackelig die Wirksamkeits-Behauptungen wirklich sind. In dieser oben verlinkten Studie von Oktober 2009 hat sogar das Qualitätssicherungs-Institut IQWIG eine aufwändige Untersuchung von Antidepressiva veröffentlicht, mit dem Ergebnis, dass ausgerechnet die relativ neu entwickelten und angeblich so hoch wirksamen Mittel Bupropion, Mirtazapin und Reboxetin bei Depressionen gegenüber Placebos (=Pille ohne Wirkstoff) keine bessere Wirkung zeigen. — Anders ausgedrückt: Sie sind nicht nur schlichtweg unwirksam, sondern können zusätzlich erhebliche Nebenwirkungen verursachen!!! Und dennoch dürfen diese Mittel bis heute zum Risiko der Patienten und zu Lasten aller Versicherten weiter verordnet werden! Und die Betroffenen werden nicht über solche Untersuchungsergebnisse informiert!

8. Pharmako-Tests sind zu über 80% nachweisbar beschönigend gefälscht

Wenn Psychopharmaka so wirksam und nutzbringend wären, wie versprochen wird, warum wenden die Pharmahersteller dann ständig auch ungesetzliche Methoden an, um die Mittel „in den Markt zu drücken”? — Da werden Labor- und Forschungsergebnisse gefälscht, ungünstige Ergebnisse von klinischen Studien unterdrückt, Nebenwirkungen herunter gespielt und verharmlost und übertriebene Wirkungsversprechen gemacht. Sogenannte „Pharma-Referenten” bestechen Ärzte in Praxen und Kliniken mit Werbegeschenken und Vergünstigungen.
Selbsthilfegruppen werden unterwandert durch „Sponsoring”. Internet-Foren und Blogs werden durchseucht mit bezahlten Stellungnahmen und Meinungen und in enger Zusammenarbeit mit der Presse erscheinen schönfärberische Berichte über Pharmaka. Nur etwa 10% der Einnahmen der Pharma-Industrie werden laut einer Reportage des ZDF in der Forschung, aber über 40% im Marketing eingesetzt!
Wenn die Mittel wirklich so gut wären, wie behauptet, warum werden dann solche unseriösen Maßnahmen als erforderlich angesehen? Die Pharmahersteller verhalten sich hier wie Kriminelle! Kaum ein Patient würde diese Mittel noch einnehmen, wären ihm diese Fakten bekannt. Es geht immerhin um seine Gesundheit und sein Leben!

9. Nebenwirkungsangaben auf Beipackzettel = statistische Taschenspieler-Tricks

In Beipackzetteln findet man Angaben zur Wahrscheinlichkeit von Nebenwirkungen. „Sehr selten” heißt dort, dass die Nebenwirkung bei weniger als 1 von 10.000 Behandelten auftreten kann. Selten heißt, bei weniger als 1 von 1.000 Behandelten, aber mehr als 1 von 10.000 Behandelten. Erstaunlich sind diese Angaben besonders bei neu auf den Markt gebrachten Medikamenten, weil niemals genügend umfangreiche Tests mit einer hinreichend großen Anzahl an Testpersonen durchgeführt werden konnten. Solche Angaben wurden einfach mathematisch / statistisch hochgerechnet und sind daher sehr unzuverlässig. Auch von Contergan hatte man behauptet, es sei seriös und genügend umfassend erprobt. Bahnt sich hier bereits eine ähnliche Katastrophe an?

Aufgrund der Giftigkeit der meisten Psychopharmaka, insbesondere der meisten Neuroleptika und der trizyklischen Antidepressiva, wurde ein spezielles »Therapeutisches Drug-Monitoring« entwickelt. (Originaltext als PDF zum Download hier) In diesem Text, in dem es doch um höchstgenaue Aussagen und Festlegungen gehen sollte, sind die Aussagen geradezu durchseucht mit vagen Formulierungen wie: „es ist davon auszugehen, dass…” „aufgrund… ist anzunehmen, dass…”, „die Praxis hat gezeigt, dass…”, „neueste Erkenntnisse zeigen…, dass” (aber woher die genau stammen, wird nicht genannt!), „…kann nunmehr als gesichert gelten, dass…”, „In zahlreichen Studien konnte gezeigt werden, dass…” (aber die Studien wurden nicht genau genannt!), usw. usw. Das ist reinstes Politiker-Deutsch und es wird eine Sicherheit und Aussagekraft vorgetäuscht, die nicht existiert.

Wer immer noch glaubt, die Psychopillen könnten doch sooo giftig nicht sein, dem sei gesagt, dass in Kliniken bei suizidal gestimmten Patienten grundsätzlich Antidepressiva und Neuroleptika unter Aufsicht eingenommen werden müssen, weil die Gefahr besteht, dass die Patienten die Pillen horten, um sich dann mit einer Überdosis töten zu können. Und die Schwelle zur tödlichen Überdosierung liegt bei vielen dieser Medikamente erschreckend niedrig wie z.B. bei Risperdal.

Wenn es um derart viel Geld geht und derart lukrative Märkte, muss man solche Aussagen und Unstimmigkeiten äußerst kritisch betrachten, denn es soll in erster Linie für die Verwendung der Pharmaka und deren angeblich wissenschaftlich nachweisbare Einsetzbarkeit und Wirksamkeit argumentiert werden, nicht aber für die Menschen und ob ihnen wirklich mit den Pharmaka geholfen wird.

10. Anmaßung + Arroganz: Nebenwirkungen harmloser als das psychische Leid?

Es wird gerne behauptet, die unvermeidbar nun einmal auftretenden Nebenwirkungen seien „weniger schlimm” als das psychische Leid der Betroffenen ohne Psychopharmaka, zumal es angeblich keine Alternative zur Behandlung mit Psychopharmaka gebe.
Auch das ist eine geschickte Propaganda-Lüge der Pharma-Industrie zu Gunsten ihrer Profit-Interessen. Viele Ärzte / Psychiater sowie das gesamte Psychiatrie-Wesen übernehmen dankbar diese Argumentation, allerdings weniger aus wirtschaftlichen Interessen heraus, sondern eher aus Gründen der eigenen narzisstischen Kränkung heraus: Denn wie steht man als Arzt / Psychiater Therapeut denn vor dem Patienten da, wenn man eingestehen müsste, man hätte keine geeignete Behandlungsmöglichkeit!

Und wer kann denn besser beurteilen, als die Betroffenen selbst, ob die zu ertragenden Nebenwirkungen tatsächlich „weniger schlimm” sind, als das psychische Leid ohne Psychopharmaka? — Fakt ist, dass sich die statistische Lebenserwartung unter länger andauernder Einnahme von Psychopharmaka erheblich verkürzt. (Beweis durch Untersuchungen und Vergleich mit der Situation unbehandelter Psychose-Patienten in sogenannten „unterentwickelten” Ländern) — Fakt ist, dass Schädigungen der Bewegungsabläufe und der Bewegungskontrolle aber auch Denk- und Merkfähigkeitsstörungen die von Behandlung Betroffenen stigmatisieren und äußerlich sichtbare Merkmale sind, die sie aus der Gesellschaft ausgrenzen. Das Minenspiel von Menschen, die Psychopharmaka einnehmen, ist oft stark eingeschränkt und wirkt unnatürlich maskenhaft. Viele Betroffene leiden darunter so sehr, dass sie sich deshalb selbst töten!

11. auf möglichst billige Weise Menschen wieder „funktionsfähig” machen

Die einzige Wirkung, die alle Psychopharmaka anstreben, ist die Dämpfung von Beschwerden und Symptomen, möglichst bis eine Stabilisierung und „das Funktionieren des Patienten im Alltag” wieder sicher gestellt ist. Und oft genug funktioniert nicht einmal das!
Mit dem Dämpfen der Symptome wird häufig das Gefühlsleben abgestumpft, oft wird das Denken verlangsamt und insgesamt werden die Ausdrucksformen der Lebendigkeit stark verringert. Zum Mensch-Sein gehört aber wesentlich mehr, als das bloße Funktionieren.
Das weiß auch die Pharmabranche und empfiehlt scheinheilig parallel zur Verabreichung dieser Mittel eine Psychotherapie. Im oft als hart empfundenen beruflichen Alltag wird dann allerdings meist auf die Therapie verzichtet, denn „es geht ja wieder…”.
Zudem werden nachweislich die meisten Psychopharmaka von Hausärzten verordnet, ganz ohne begleitende Therapie. Oft genug haben diese nicht einmal die nötige psychologisch- / therapeutische Zusatzausbildung, hier fachgemäß Verordnungen auszustellen. Dennoch ist diese Verordnungspraxis legal!
Außerdem wird hier deutlich, wie das Verordnen von Psychopharmaka auch von der gesamten übrigen Wirtschaft willkommen ist: Menschen sollen doch gar nicht aufwändig psychotherapiert werden, sie sollen lediglich möglichst schnell wieder voll funktionsfähig / arbeitsfähig sein, weil sich nur mit einer vollen Arbeitskraft richtig Geld verdienen lässt.
Noch ein Punkt ist die „Kostendämpfung” im Gesundheits(Un)Wesen: Der Politik und den Krankenkassen ist es gerade recht, wenn möglichst wenige Menschen die teurere aber ursächlich und nachhaltig arbeitende Psychotherapie in Anspruch nehmen, statt die billige Pillen-Lösung, die angeblich sofort wirkt.
Folglich sind sich Pharma-Industrie, die übrige Wirtschaft, wesentliche Teile der Ärzteschaft und die Politik mit ihren Sozialausgaben darüber einig, dass Psychopharmaka gut für die Menschen sein sollen. Folglich wird auch die öffentliche Meinung in den Medien in diese Richtung hin massiv beeinflusst. Rühmliche Ausnahmen sind selten, wie hier die Broschüre des SWR aus der Sendung Odysso.

12. Psychopharmaka: Psychotherapie unmöglich oder massiv erschwert

Es ist zweifelhaft, ob gründliche Psychotherapie unter dem Einfluss von Psychopharmaka möglich ist: Tatsache ist, dass das Denken, das Empfinden und das Gefühlsleben massiv beeinflusst werden. — Der Betroffene kann sich in diesem Zustand nicht sicher sein, ob seine aktuelles Erleben auf Regungen seiner eigenen Psyche beruht oder ob sie durch den Einfluss der Chemie zustande kam!
Ein gängiges Argument der Psychiatrie besagt dagegen: wenn ein Patient so sehr unter den Beschwerden und unter Realitätsverlust leidet, dass er an einer Psychotherapie nur sehr eingeschränkt teilnehmen könnte, sollte mit Hilfe der Psychopharmaka versucht werden, die Beschwerden so weit zu dämpfen, dass eine Teilnahme an einer Psychotherapie besser möglich wird.
Die Dämpfung von Beschwerden ist dann aber oft so stark, dass der psychotherapeutisch erforderliche Zugang zu den nicht durch pharmakologische Einwirkung verfälschten Gefühlswelten des Patienten nicht mehr sicher gestellt ist.
Tatsache ist auch, dass aus Kostengründen und Personalmangel in einer psychiatrischen Klinik nur sehr wenig Psychotherapie angeboten wird.

13. Nebenwirkungen: chronische Schäden und neue psychische Probleme

Viele „Nebenwirkungen” sind irreversibel, bleiben den Patienten also bis ans Lebensende erhalten. Es gibt keine Gegenmittel und keine Heilverfahren, um solche Schäden wenigstens zu mildern! (Beispiele: Diabetes durch Einnahme von Zyprexa (=Olanzapin), Gewichtszunahme bis zur Fettleber durch Olanzapin, häufige, chronisch bleibende, sexuelle Dysfunktion bei SSRI-Antidepressiva usw.) Neben körperlichen Beschwerden, wie z.B. chronisch bleibende krampfhafte Zuckungen und Verkrampfungen (=Dyskinesien), Taubheitsgefühl, Ameisenlaufen / Kribbeln, Seh- und Sprachstörungen treten auch psychische Beschwerden auf: Allgemeine Abstumpfung von Gefühlen, Gefühl „wie ein Zombie” zu sein, Gefangener in seinem eigenen Kopf zu sein, Denkhemmungen, Konzentrationsprobleme, Gedächtnisstörungen usw..
Die Pharma-Unternehmen haben bisher keine einzige Studie dazu veröffentlicht, mit welchen Maßnahmen die Schäden, die ihre Mittel hervorgerufen haben, wenigstens abgemildert werden können! Es gibt noch nicht einmal Untersuchungen dazu, ob und in welchem Umfang der Körper die Vergiftungen und Veränderungen im Zentralen Nervensystem nach einer bestimmten Zeit durch natürliche Regeneration beheben kann. Neurologische Untersuchungen unter dem Einfluss von Metylphenidat (Ritalin) zeigen, dass das Gehirn nie wieder so funktioniert, wie vorher.
Wenn ein Unternehmen Grund und Boden mit Giften verseucht, haftet es für die Schadenbeseitigung und alle entstandenen Schäden. Die Pharma-Industrie ist nur in Ausnahmefällen zur Verantwortung gezogen worden, z.B. in den USA aufgrund strengerer Produkthaftungsgesetze und weil es — wie im o.g. Zyprexa-Skandal — zahlreiche Todesfälle gegeben hatte. Aber in Deutschland wird Zyprexa bis heute munter weiter verkauft, sogar teurer, als vor dem Urteil in den USA! — Mittlerweile äußern sich auch Psychiater kritisch, wie hier z.B. Herr Volkmar Aderhold von der Universität Greifswald.

14. Nebenwirkungen führen oft in die Depression statt aus ihr heraus

Die Nebenwirkungen der Psychopharmaka sind an sich schon übel genug. Antidepressiva können aber noch tiefer in die Depression hineinführen! Denn viele Nebenwirkungen drücken auf den ohnehin schon durch die Depression beschädigten Selbstwert und verstärken so das Leid:

  • Jemand, der unter Essstörungen leidet (Anorexia, Bulimie usw.) wird zusätzlich leiden, weil einige Antidepressiva und sehr viele Neuroleptika eine erhebliche Gewichtszunahme bewirken können. Damit wird der Konflikt, den der Betroffene mit seinem eigenen Körper empfindet, verschärft.

  • Depression vermindert die Libido. Oft ist die Sexualität aber einer der letzten Bereiche, in dem der Depressive noch positive Gefühle wahrnehmen kann. Die meisten Antidepressiva verringern nicht nur die Libido, sondern können bei Männern zur Impotenz und bei Frauen zu Anorgasmie führen — und die bleibt oftmals chronisch! Welche Auswirkungen das aber auf den Selbstwert und die Selbstwahrnehmung hat, ist offensichtlich.

  • Oft werden Depressionen auch mit Neuroleptika behandelt. Diese können zu sogenannten Spätdyskinesien führe, die auch nach dem Absetzen der Mittel chronisch erhalten bleiben. Konkret treten Zuckungen der Glieder, des Kopfes, Verdrehen der Augen nach innen, Schmatzen, ständiges Kauen, Zunge hervorstrecken und viele weitere Effekte auf, die den Betroffenen in die Ausgrenzung bringen. Der Betroffene leidet dann unter einem beschädigten Selbstwert und der sozialen Isolation …und hat dann erst recht allen Grund dazu, in Depression zu versinken.

  • Die emotionale Schwingungsfähigkeit und die Fähigkeit, seine Gefühle durch eine lebendige Mimik zum Ausdruck bringen zu können, nehmen mit länger dauernder Einnahme von Psychopharmaka ab. Es gibt keine Studie dazu, ob diese Schwingungsfähigkeit und Lebendigkeit nach einem späteren Absetzen der Mittel wieder zurückkehrt! Dies dürfte auch schwer zu beurteilen sein, da man auf die Bewertungen Dritter angewiesen wäre. Denn der Betroffene selbst kann dies nur sehr schlecht einschätzen, weil es kein Gedächtnis für früher erlebte Gefühlsstärken gibt und er keine Vergleiche zu seinem füheren Erleben anstellen kann.

Alle vorgenannten Beispiele (es gibt noch mehr), führen dazu, dass die Betroffenen von anderen Menschen als „merkwürdig” wahrgenommen werden. Dies führt meist zu massiver Beschämung und Verletzung des Selbstwerts, worauf die Betroffenen ihrerseits meist mit Rückzug in die soziale Isolation reagieren. Diese Isolation und die erlebten Verletzungen treiben oft in neue Depressionen und oft in den Suizid als letzte Lösung.
Geradezu zynisch mutet da die Behauptung an, dass die Betroffenen die Psychopharmaka eben nie mehr absetzen dürften, damit genau dies nicht geschieht. Mit anderen Worten: Die Betroffenen müssten andauernd in dem massiv gedämpften Zustand verbleiben, damit ihre Antriebsenergie nicht mehr zum Suizid ausreicht! Oder sie müssen deshalb in diesem gedämpften Zustand verbleiben, damit sie nicht bemerken, in welchem Zustand sie sich aufgrund der Nebenwirkungen befinden.

15. Psychopharmaka verkürzen die Lebenserwartung und schädigen das Gehirn

Inzwischen ist zweifelsfrei festgestgestellt worden, dass sich die Lebenszeit von Patienten um mehr als 20 Jahre verkürzen kann, wenn Neuroleptika oder Antidepressiva längere Zeit über eingenommen werden. Ebenso ist zweifelsfrei festegestellt worden, dass die neuronale Verschaltungsdichte sowie die Hirnsubstanz selbst unter dem Einfluss von Neuroleptika oder Antidepressiva verringert. (siehe den Bericht des Spiegel Heft 4-2013 über eine entsprechende Studie)

16. Psychopharmaka führen zu überraschenden Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten

Einige Wechselwirkungen sind bisher bekannt gewesen, z.B. solche, die auf die gleichen neuronalen Stoffwechselbereiche einwirken. Dass es aber auch heute noch zu überraschenden Entdeckungen kommt, sieht man an dieser Meldung im Deutschen Ärzteblatt: Fentanyl ist ein Morphin-Präparat, das u.a. schmerzlindernd und beruhigend wirkt. Zusammen mit serotonergen Medikamenten (also den meisten Antidepressiva) kann ein lebensgefährliches Serotonin-Syndrom entstehen!
Wenn man bedenkt, dass alte Menschen wegen körperlicher Probleme meist schon (leider) zahlreiche Medikamente einnehmen, dann kann die Einnahme von Antidepressiva oder Neuroleptika sehr schnell zu lebensbedrohlichen Zuständen führen. Und gerade im Alter leiden besonders viele Menschen unter Depression! Die Gefahr ist also äußerst realistisch!

17. Mangelversorgung mit Psychotherapie, Kosten- und Effizienzdruck fördern Pillenverordnung

Die Bequemlichkeit und der Kostendruck im Gesundheitswesen führen zu einer immer großzügigeren (unverantwortlichen) Verschreibungspraxis von Psychopharmaka. Kinder, Frauen und alte Menschen sind mittlerweile die umsatzstärkste und meist umworbene Zielgruppe. Es ist für Ärzte leider einfacher und wirtschaftlicher, Antidepressiva oder Neuroleptika zu verschreiben, statt sich auf längere intensive und menschlich einfühlsame Gespräch mit dem Patienten einzulassen, zumal solche Gespräche aufgrund der vorgegebenen Fallpauschalen nicht mit der gesetzlichen Krankenkasse abgerechnet werden können.
Zudem ist Psychotherapie zwar wirkungsvoller und wirkt dauerhafter, aber sie ist viel teurer, dauert länger und ist nur mit Wartezeiten von bis zu 1 Jahr verfügbar. Pillen sind die schnelle „Lösung” und rechnen sich besser für das Gesundheitssystem!
Dabei sind viele Probleme durch möglichst schnelle therapeutische Hilfe oder bereits durch Hilfe aus dem Selbsthilfebereich lösbar, bevor daraus eine sich verfestigende massive Problematik entsteht.

18. Psychopharmaka um verhaltensauffällige Menschen in „Normalität” zu zwingen

Ein ganz besonderes Thema, das eigentlich auf meiner Website einen gesonderten Beitrag verdient hätte, ist die unverantwortliche und ständig zunehmende Verordnung von Psychopharmaka an Kinder und alte Menschen. Kinder, die in der Erziehung irgendwie Schwierigkeiten machen und daher „auffällig” werden, bekommen ADHS angedichtet und erhalten dann Ritalin oder Strattera usw. Ich finde, dass Kinder geradezu das Recht dazu haben, „auffällig” zu werden, wenn man sie mit nicht zu ihrem natürlichen Entwicklungsverlauf passenden Lehrstoff vollpumpt und sie zugleich emotional vernachlässigt!
Wenn Sie die vorstehenden Punkte gelesen haben, dann können Sie erahnen, welch furchtbare Schäden diese Chemikalien in einem noch im Wachstum begriffenen und damit extrem verletzlichen neuronalen System anrichten können!
Und bei älteren Menschen, z.B. in Pflegeheimen ist es genau das Gleiche: Wer unruhig ist, den Betriebsablauf stört, wird „ruhig gestellt” mit Atosil, Eunerpan / Melperon, Truxal usw.
Wie man mit den Schwächsten umgeht, daran zeigt sich der wahre Charakter dieser Gesellschaft! Bei älteren Menschen ist erwiesen, dass bei fortgesetzter Einnahme von Psychopharmaka der Fettstoffwechsel gestört wird und die Denk- und Merkfähigkeit vermindert wird, sowie die Sterblichkeit erhöht ist!
Ist die „Chemische Keule” mittlerweile das gesellschaftlich akzeptierte Mittel der Wahl geworden, um „Ruhe und Ordnung” sicher zu stellen und alles Unbequeme und „Anormale” aus dem Weg zu räumen? Wenn ja, dann ist es nur noch ein kleiner Schritt zur Euthanasie und zurück in die hitlersche Vergangenheit!

19. Psychopharmaka aus Angst vor Arbeitsplatzverlust und sozialer Ausgrenzung

Die Angst vor dem möglichen Verlust des Arbeitsplatzes, vor wirtschaftlichen (Folge-) Problemen, Scham vor den Folgen einer Aufdeckung der psychischen Probleme durch Verwandte, Freunde, Arbeitskollegen usw. führt zu einem hohen inneren Druck, möglichst schnell wieder so zu funktionieren, wie es erwartet wird. (80% junger Beschäftigter gehen auch dann zur Arbeit, wenn sie krank sind und über 46% aller Beschäftigter lassen sich Medikamente verschreiben, bloß um fit für den Job zu sein! Quelle: DGB-Index Gute Arbeit 2009)
Zunehmend kommen immer mehr Arbeitnehmer zur Arbeit, obwohl sie vom Arzt oder Therapeuten krank geschrieben wurden. Die Angst vor Verlust des Arbeitsplatzes und nachfolgendem wirtschaftlichem Ruin und daraus folgender sozialer Ausgrenzung ist so extrem, dass man lieber krank zur Arbeit geht. (siehe Deutsches Ärzteblatt hier)
Um die Erwartung der Arbeitgeber und die der leistungsorientierten Gesellschaft allgemein zu erfüllen, also entgegen dem eigenen Bedürfnis nach echter Gesundung durch nachhaltige Beseitigung der Ursachen in einer Psychotherapie, werden Psychopharmaka eingenommen. Dabei ist die Angst als Antreiber und Motiv, erneut gegen eigene Bedürfnisse zu handeln. Dies wiederum ist ein typisches, in die Depression hinein treibendes Verhaltensmuster und kann niemals zur Gesundung führen. Kein Wunder, dass die Rückfallquote bei überwiegender Pharmako-Therapie hoch ist gegenüber einer zwar länger dauernden, aber nachhaltig Erfolg bringenden Psychotherapie!

20. Psychopharmaka = Erlernen von Hilflosigkeit statt von Selbstwirksamkeit + Autonomie

Das, was wir Menschen über uns selbst, über andere, über die Welt insgesamt denken und was wir von der Zukunft erwarten, wie wir Beziehungen gestalten und unser Leben gestalten, das haben wir von kleinauf erlernt. Sehr viel haben wir auch durch Erfahrungen gelernt, die wir gemacht haben.
Daher frage ich, was lernt jemand, der in psychischen Schwierigkeiten und Leid verstrickt ist, wenn der Psychiater oder Arzt ihm statt einer Psychotherapie Pillen verschreibt? Er wird zum Beispiel lernen, dass er ohne diese Pillen sein Problem nicht lösen kann. oder er glaubt sogar, dass die Pillen sein Problem lösen werden! — In jedem Fall aber wird er lernen, dass er selbst keine oder kaum eine Wirkung zur Lösung seines Problems hat. Letztlich erlernt der Betroffene seine eigene Hilflosigkeit und seine Abhängigkeit von Pillen und Ärzten! Dabei verliert er auch seine Autonomie.
Psychotherapie würde demgegenüber die Selbstwirksamkeit des Betroffenen schulen und ihn dabei begleiten, Lösungen für seine Schwierigkeiten selbst zu finden und den Weg dann auch selbstständig zu gehen. Der Betroffene erlebt sich als autonome starke Persönlichkeit, die Herr über ihre Lebensgestaltung ist und Kontrolle über die Gestaltung des eigenen Lebens hat. Psychopharmaka bewirken das Gegenteil!

21. Psychopharmaka fördern die „Bedien-Mich-Haltung” mancher Betroffener

Betreffend Antidepressiva und den „ADHS-Medikamenten” ist zu sagen, dass auch die Bequemlichkeit vieler Patienten den Konsum von Psychopharmaka fördert: Für sie sind es die »Mach's-mir-jetzt-Pillen«: Man braucht nichts für eine Veränderung zu tun, man braucht sich nicht in unangenehmer Weise mit sich selbst und seiner Lebenssituation auseinander zu setzen, schlechte Gewohnheiten und Verhaltensweisen zu hinterfragen und neue Lösungen erarbeiten — die »Mach's-mir-jetzt-Pillen« bringen die schnelle, unkomplizierte Lösung! …und auf …und weiter geht's (wie bisher).
An den berüchtigten Schlankmacher-Präparaten kann man diese Mentalität gut sehen: Statt regelmäßig Sport zu treiben, auf ausgewogene Ernährung und gesunden Schlaf zu achten, ist es doch viel bequemer, die Verantwortung für sich selbst abzugeben und alles der »Mach's-mir-jetzt-Pille« zu überantworten.

22. psychische Probleme oft Folge erlernter Muster — Pillen helfen nicht, Besseres zu lernen!

Bisher ist weltweit kein Fall bekannt, dass ein Mensch mit einer psychotischen Symptomatik oder mit Depressionen oder Angst- / Panikstörung oder AD(H)S geboren worden ist. Psychotische sowie Persönlichkeitsstörungen dürfen normaler Weise erst ab der Pubertät diagnostiziert werden, weil die Verschiedenartigkeit der Verhaltensweisen von Kindern und Jugendlichen besonders groß ist und Fehldiagnosen zu wahrscheinlich wären. (Aber inzwischen schrecken gewissenlose Therapeuten nicht mal davor zurück!)
Also muss man annehmen, dass all diese Störungen durch Umgebungseinflüsse erworben werden. Und so wie es Menschen mit verschiedenen Ausprägungen ihres Temperaments gibt, so verschieden ist auch die Reaktion der Menschen auf die Umgebungseinflüsse: Was den einen schier umhaut, kann ein anderer noch aushalten.

Aus der Psychotherapie ist bekannt, dass Menschen für den Umgang mit belastenden Situationen und Einflüssen sogenannte Bewältigungsstrategien entwickeln. Meist führen diese Strategien zu tragfähigen, konstruktiven Lösungen. Manchmal aber werden Lösungen entwickelt, die nur einen Scheinerfolg bringen, aber vom Betroffenen als echten Erfolg gewertet werden. Deshalb behalten die Betroffene diese Strategien als Verhaltensmuster auch im Erwachsenenalter aufrecht und sehen keine Alternative für ein anderes Verhalten. Dann kann Psychotherapie aus dieser „Lebensfalle” heraus helfen.

Störende Verhaltensmuster, Denkweisen, Erwartungshaltungen beruhen meist auf einer eingeengten Sichtweise oder einer Fehlbeurteilung der Realität. Eine (besonders starke) Fehlbeurteilung der Realität liegt aber auch bei einer Psychose vor! Und daher liegt meiner Ansicht nach der Gedanke nahe, dass eine Psychose nichts weiter ist, als eine besonders realitätsferne Bewältigungsstrategie des Betroffenen. Und der Therapeut hat die Aufgabe, dem Betroffenen zu helfen, dass er diese Strategie und ihre Bedeutung entschlüsseln und entwirren kann und während dessen die zuweilen quälenden Symptome schützend-distanziert beobachten kann (z.B. Praxis der Achtsamkeit), statt sich in die wirre symptomatische Logik zu verstricken und ansgtvoll hinein zu steigern.

Wenn aber eine psychische Problematik sehr oft auf eine ungünstige Bewältigungsstrategie, auf eine erlernte Denk- oder Verhaltenweise, eine erlernte Erwartungshaltung usw. zurückzuführen ist, wie kann ein Medikament dabei helfen, das beeinträchtigende Erlernte zu verlernen und etwas Förderliches zu erlernen?

23. Geldgier und hohe Gewinnmargen führen zur Korruption, zu Missbrauch und Vertrauensverlust

Wie ich eingangs bereits mit vielen Links und Quellenangaben belegt habe, geht es weltweit um einen Multi-Milliarden-Markt. Die Verflechtungen zwischen der Pharma-Industrie, den Zulassungsbehörden, dem Gemeinsamen Bundesausschuss GBA, den IQWIG, der Forschung und Lehre in den Universitäten, den Lobbyisten und den Interessenverbänden der Ärzteschaft usw. sind z.B. im Buch von Herrn Dr. John Virapen im Detail belegt!

Wenn so viel Geld und Korruption im Spiel ist, dann kann man als Patient eigentlich kein Vertrauen mehr haben, wenn man Psychopharmaka mit verharmlosenden Worten verordnet bekommt. Dieser Vertrauensverlust ist das Gift der Zersetzung in unserer heutigen Gesellschaft, denn Vertrauen ist die Grundlage jedes sozialen Miteinanders. Ich hatte weit oben in meinem Artikel bereits ausgeführt, dass die gesellschaftlichen Verhältnisse die Menschen psychisch krank machen und nur selten die Menschen selbst irgendwie die Ursache für ihre psychischen Probleme selbst gelegt haben!

Gibt es sinnvolle Einsatzfälle für Antidepressiva und Neuroleptika?

Meine persönliche Meinung dazu:

Ich kenne keinen! — Denn bis heute ist trotz modernster Forschungseinrichtungen, Funktions-MRT, PET-Verfahren usw. immer noch völlig unklar, wie es zu schizophrenen Störungen, Wahn, Halluzinationen usw. kommt. Körperlich ist nichts feststellbar, ausgenommen, dass bestimmte Hirnareale besonders aktiv oder inaktiv sind. Wenn man aber die Ursachen und die Wirkungsmechanismen nicht kennt, wie kann man denn dann medikamentös behandeln?

Ohne Psychopharmaka-Behandlung von selbst wieder heil geworden:

Interessant ist doch ein Blick in sogenannte Entwicklungsländer, in denen Psychiatrie ein Fremdwort ist und Psychopharmaka kaum zugänglich sind. Schizophrenie tritt dort ebenfalls auf. In den USA und sechs anderen Industriestaaten erhielten 61 Prozent der Schizophrenie-Patienten Neuroleptika. In Indien, Kolumbien und Nigeria waren es nur 16 Prozent.
Dennoch, oder gerade deshalb (?), verlief die Krankheit bei den Patienten aus den armen Ländern deutlich glimpflicher. Bei rund 46% der Betroffenen bildete sich die Psychose spontan von selbst wieder zurück! Zudem mussten Patienten, die mit Neuroleptika behandelt worden waren, häufiger wegen Rückfällen wieder ins Krankenhaus. Übrigens: Auch aus den Soteria-Häusern in Europa sind ähnliche Ergebnisse bekannt!

Aber was ist mit Menschen in extremem Erregungszustand?

Zuweilen geraten Menschen in eine derart schwere innere Not, dass sie zunächst beruhigt und stabilisiert werden müssen, ehe sie wieder halbwegs klar über sich selbst und ihre Situation nachdenken können und über therapeutische Ansprache erreichbar sind. Hierzu müssen in extremen Situationen auch (so kurz andauernd wie möglich) Zwangsmaßnahmen möglich sein.

Ein auf einige Stunden oder wenige Tage Wirksamkeitsdauer konzipiertes Beruhigungs- oder Schlafmittel, um z.B. ein akutes Schlafdefizit zu beheben und eine tiefe Beruhigung und Entspannung zu erreichen, kann hier sinnvoll sein. 1 bis 3 Tage Erholung durch medikamentös geförderten Schlaf hilft in den meisten Fällen, die Fähigkeit zur Teilnahme an Psychotherapie wieder herzustellen und Übererregungszustände abzubauen.

Warum hierzu überwiegend Neuroleptika eingesetzt werden statt Sedativa, verstehe ich nicht. Vielleicht sind Neuroleptika lukrativer?
Mit meinen Ansichten bin ich in guter Gesellschaft: Lesen Sie hierzu und zur heutigen Rolle der Psychiatrie das Memorandum der Deutschen Gesellschaft für Soziale Psychiatrie e.V.

Weitere Anmerkungen

Streng genommen sind auch einige Mittel, die zur Erleichterung von Alkohol- und Drogen-Entzug eingesetzt werden, ebenfalls Psychopharmaka. Interessant ist, dass es gemäß den Ausführungen in meiner Kritik unter Punkt 7 für diesen Einsatzbereich nur eine handvoll bewährter Mittel gibt, die sich folgerichtig am Markt durchgesetzt haben. Zudem ist bei der Substanzabhängigkeit meist der Körper beteiligt, sodass ein medizinisches / pharmakologisches Eingreifen sinnvoll ist.