sh emotionale erpressungWenn andere mit Gefühlen drohen

Susan Forward, Donna Frazier
Taschenbuch: 352 Seiten; Verlag: Goldmann-Verlag (1.Mai 2000)
ISBN: 978-3442150892; Preis: 9,99 Euro

Ein ganz ausgezeichnetes Buch, finde ich! Was Susan Forward hier außerordentlich anschaulich und sehr gut verständlich beschreibt, habe ich im eigenen Elternhaus erlebt, ich erlebte es während ich gemobbt wurde, ich erlebte es damals an meinem Arbeitsplatz und ich erlebe es heute bei mehr als der Hälfte meiner Klienten: Emotionale Erpressung, Manipulation, Nötigung mit Gefühlen!

Im Elternhaus, in der „Erziehung” wird es oft deutlich an Sätzen wie: „Wenn du nicht brav bist, hat Mutti dich nicht mehr lieb!”. Im Mobbing in der Schule: „Wenn du zu uns gehören willst, musst du…” Am Arbeitsplatz: „Wenn Sie darauf bestehen, wegen Ihrer Familie pünktlich Feierabend machen wollen, dann zeigt das, was Ihnen wichtiger ist und Sie werden die Konsequenzen tragen müssen.” Und in Beziehungen, in der Partnerschaft: „Du weißt genau, was du mir antust, wenn du heute Abend ohne mich allein ausgehst! Aber das ist dir ja anscheinend egal!”

sh hirigoyen masken der niedertracht

Seelische Gewalt im Alltag und wie man sich dagegen wehren kann

von Marie-France Hirigoyen (Autor), Michael Marx (Übersetzer)
Taschenbuch: 240 Seiten; Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1. 09. 2002);
ISBN-13: 978-3423362887; 9,90 EUR

Die Autorin ist eine erfahrene Psychotherapeutin und beschreibt unter Schilderung zahlreicher Fallbeispiele, wie Menschen andere Menschen durch psychische Gewalt zerstören. Bei der Betrachtung der zugrunde liegenden psychischen Problematik und der Wirkungsmechanismen vertritt sie die Ansicht, dass das Verhalten des Agressors klar als Täter zu werten ist, beschreibt sein Verhalten als „pervers” und sieht die Betroffenen als Opfer.

Die Autorin meint, dass der Therapeut auch in der Therapie Stellung und Partei beziehen und sich an die Seite des Opfers stellen sollte. Denn nicht jedes Opfer muss eine psychische Problematik haben und so einen eigenen Anteil einbringen, um zum Opfer zu werden. Der Agressor / Täter hingegen hat dagegen ganz gewiss eine psychische Problematik, oft auch in Form einer narzisstischen Auffälligkeit. Besonders tragisch ist, dass die Gewalt in Lebenssituationen geschieht, bei denen das Opfer in einem Abhängigkeitsverhältnis zum Täter steht.

sh mobbing erfolgreich bewaeltigen

In vier Schritten aus der Mobbingfalle

Josef Schwickerath
Gebundene Ausgabe 144 Seiten; Verlag: Beltz; erschienen 2014;
ISBN: 978-3621281058; Preis 19,95 €

Von vielen Büchern zum Thema Mobbing und dem Ziel, eine Selbsthilfe zu bieten, gefiel mir dieses noch am besten. Der Untertitel verleitet allerdings zur Annahme, dass vier Schritte leicht gegangen werden können. Es macht zumindest auf mich einen verharmlosenden Eindruck.

Tatsache ist, dass Mobbing-Betroffene meist einen längeren Leidensweg hinter sich haben, weil sie über diese Zeit hinweg immer wieder von Neuem versuchen, eine konstruktive Lösung herbei zu führen, obwohl zumindest für neutrale Dritte ganz offensichtlich ereknnbar ist, dass die Mobber gar kein Interesse daran haben! Mobber haben grundsätzlich ein destruktives Interesse!

Dennoch empfinde ich das Buch als hilfreich, zumal es mit Online-Arbeitsmaterialien angeboten wird, die man als PDF von der Seite des Verlags herunter laden kann.

sh schmidbauer das helfersyndrom

von Wolfgang Schmidbauer
Taschenbuch: 251 Seiten; Verlag: Rowohlt Tb.; 18. Auflage: Überarb. + erw. Neuausg. (1. September 1992); ISBN-13: 978-3499191961; 8,95 EUR

Ich hatte mir das Buch eigentlich gekauft, weil ich meine Arbeit optimieren und Fehler vermeiden wollte. Um so größer meine freudige Überraschung, dass mir dieses Buch viel, viel mehr gegeben hat!
So stellte sich heraus, dass sich Schmidbauer nicht (wie ich angenommen hatte) auf seine kritische Betrachtung der „helfenden Berufe” selbst beschränkt. Er beschreibt auch das hierzu notwendige Verständnis um gesunde und problematische narzisstische Bedürfnisse und die Probleme aus deren Nicht-Erfüllung und deren Unterdrückung.

Aber auch diesen Rahmen sprengt Schmidbauer. Er betrachtet zusätzlich die Aspekte „helfender Berufe” in der sozialen Eingebundenheit in der Gesellschaft und deren Funktionalität innerhalb des Gesellschaftssystems – immer unter dem Blickwinkel der narzisstischen Problematik, die sich nicht nur in den Menschen (Helfern) zeigt, sondern auch in dem gesellschaftlichen Gesamtsystem.

sh lauveng morgen bin ich ein loewe

Wie ich die Schizophrenie besiegte

von Arnhild Lauveng
Taschenbuch: 224 Seiten; Verlag: btb Verlag; Auflage: (6. April 2010);
ISBN-13: 978-3442740871; 9,00 EUR

Ich hatte mir das Buch gekauft, weil ich im Rahmen meiner Ausbildung zum Heilpraktiker für Psychotherapie immer nur die Fachbegriffe „Schizophrenie” und die üblichen Symptombeschreibungen in der ICD-10 zu sehen bekam. Aber ich wollte wissen, wie sich Schizophrenie anfühlt, wie Betroffene ihre spezielle Wahrnehmungswelt beschreiben, denn ich ahnte, dass ich nur dann ein echtes Verständnis für diese Krankheit haben würde.

Meine Erwartungen und Wünsche wurden erfüllt: Mit einer zuweilen zart und zerbrechlich wirkenden Offenheit und Autentizität, aus der ich die Ehrlichkeit der Darstellung geradezu hautnah spüren kann, ermöglicht die Autorin es auch Laien, einen Einblick in die Denk- und Empfindungswelt eines an Schizophrenie erkrankten Menschen zu erhalten.