Angst steht bei allen drei Begriffen im Vordergrund. Das Besondere einer Panik oder Panik-Attacke liegt im überraschenden Auftreten. Bei Ängsten und meist auch bei Panik findet sich kein eindeutiger Auslöser. Grundsätzlich geht es bei Ängsten und oft auch bei Panik um eine meist unbewusste und daher nicht verstandene Strategie der betroffenen Menschen, ein befürchtetes Leid vermeiden zu wollen. – Dagegen ist bei Phobien (und manchmal auch bei Panik) der Auslöser der Angst bekannt, aber dennoch kann eine den realistischen Umständen entsprechende, angemessene Reaktion aufgrund einer in der Therapie zu klärenden Ursache nicht erreicht werden. Was tun?

Alle Therapieverfahren, die die Ursachen ungeklärt lassen (wie z.B. eine rein medikamentöse Behandlung) und sich weitgehend darauf beschränken, einen besseren Umgang mit Angst oder Panik anzutrainieren (wie z.B. eine Verhaltenstherapie), weisen naturgemäß hohe Rückfall-Quoten auf. Denn durch die Einnahme von Medikamenten kann kein Erkenntnis- und Lernprozess angeregt werden!
Die Schematherapie mit ihrer ursächlichen und Ursachen aufarbeitenden Arbeitsweise hat hinsichtlich der Nachhaltigkeit der Therapie deutliche Vorteile bewiesen. Und es wurde in Studien nachgewiesen, dass gerade bei Ängsten, Panik und Phobien eine medikamentöse Behandlung die Wirksamkeit der Psychotherapie abgeschwächt wird!

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Angst gehört zum Leben dazu – zu viel oder zu wenig Angst schafft Probleme

Angst ist eigentlich ein nützliches Gefühl, denn es warnt uns vor Gefahren und befähigt uns, sorgfältig und vorausschauend mit uns selbst und anderen Menschen umzugehen. Ohne Angst würden wir Gefahren nicht richtig einschätzen. Solche Angst hat einen realistischen Hintergrund. Hat man zu wenig Angst, gerät man unvorbereitet in Risiko-Situationen. Hat man zu viel Angst, wird man handlungsunfähig und es breitet sich „die lähmende Angst” aus.
Angst versetzt den Menschen körperlich, emotional und gedanklich in einen Alarmzustand. Stresshormone und Botenstoffe werden ausgeschüttet, um alle Kräfte zu mobilisieren und schnell reagieren zu können.

Wenn keine baldige Therapie erfolgt, „erlernt” ein Mensch durch die ständige Wiederholung unbewusst, immer schneller in diesen angst-erfüllten Zustand hinein zu geraten. Dieses Lernen ähnelt der Software eines Computers. Gleichzeitig werden gemäß der Erkenntnisse der Hirnforschung (Neuroplastizität) in den durch Angst aktivierten Hirngebieten zusätzliche Synapsen angelegt, sodass das Thema „Angst” in der aktuell störenden Form „besser” bearbeitet werden kann. Hierdurch verankert sich das Muster „Angst” auch in der Hardware.
Je länger also eine Therapie heraus gezögert wird, desto aufwendiger wird es, die Soft- und Hardware wieder los zu werden! Dieses Prinzip gilt für alle psychischen Probleme! (siehe auch meinen Artikel zur Chronifizierung bei psychischen Problemen)

Beispiele und zugehörige Therapie

phobische Angst

Ein Klient hatte einen Beinahe-Unfall mit seinem Fahrzeug. Seitdem hat er große Angst, wieder Auto zu fahren. Ständig ist er ängstlich besorgt, dass etwas passieren könnte, dass seine evtl. mitfahrende Familie durch seine möglichen Fahr-Fehler zu Schaden kommen könnten und er sich dies niemals verzeihen könnte. Er beginnt, in einer Fahrschule Nachschulungsstunden, obwohl der Fahrlehrer ihm bald bestätigt, dass er einwandfrei fährt. Mittlerweile schreckt er aus dem Schlaf, weil er träumt, er hätte durch einen Unfall seine Familie geschädigt. Schließlich vermeidet er das Autofahren immer mehr. Wenn er doch fahren muss, steigt er schwitzend ins Auto und ist bei Fahrtende völlig erschöpft und durchgeschwitzt.

In nur sechs Therapiestunden konnte die zerstörerische Eigendynamik durchbrochen und eine realistische Haltung wieder gewonnen werden. Hierzu setzte ich Methoden aus der Traumatherapie ein, die auch in der Schematherapie Anwendung finden. Nebenbei fanden wir heraus, dass er sehr streng erzogen wurde. Er durfte keine Fehler machen und die schlimmsten Fehler seien die, durch die andere zu Schaden kommen. Beim Spielen hatte er einen Spielkameraden versehentlich schwer verletzt.

soziale Phobie

Eine Klientin traute sich kaum noch, zu Partys oder anderen Veranstaltungen zu gehen oder Einladungen ihrer Freund/innen zu folgen. Sie hatte Angst, unpassende Bemerkungen zu machen oder sonst auffällig zu werden und dann plötzlich im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit anderer zu stehen. Schon immer fühlte sie sich äußerst unwohl, wenn andere ihre Aufmerksamkeit auf sie richteten. Auslöser für die soziale Phobie war, dass sie bei der Beerdigung eines Verwandten am offenen Grab eine Verbeugung machen sollte und ihr dabei ein lauter Furz entfuhr. In der Folgezeit steigerte sie sich rasch immer mehr in Ängste vor weiteren Missgeschicken hinein.

In der Therapie fanden wir, dass es in ihrer Herkunftsfamilie von größter Bedeutung war, nach außen hin „ein perfektes Ansehen” zu haben. Alle sozialen Kontakte wurden möglichst perfekt gestaltet, um „gut dazustehen”. Es zeigte sich, dass ein rigider unterdrückerischer Erziehungsstil herrschte, dessen Folgen der Klientin auch in vielen anderen Lebensbereichen Probleme bereitete. In einer 11-monatigen Zusammenarbeit konnte sie sich von dem Ballast der Vergangenheit (die Klientin entdeckte dabei noch viele andere Problemfelder aus ihrer Kindheit) befreien.

Angst

Eine Klientin klagte über einen ständigen angstvollen Zustand voll innerer Unruhe und Spannungen. Diese würden inzwischen auch zu Konzentrationsstörungen und Fehlern an ihrer Arbeitsstelle führen. Nachdem auch Schlafstörungen immer heftiger wurden, kam sie zu mir in die Therapie. Es zeigte sich, dass die Probleme begonnen hatten, nachdem in der Firma das bisherige kleine Büro mit drei Arbeitsplätzen in ein Großraumbüro mit zehn Plätzen umgestaltet worden ist. Zunehmend fühlte sich die Klientin unsicher, von den Kollegen bei der Arbeit beobachtet und glaube, dass sie sich nun keine Fehler mehr erlauben könne. Schon wenn sie daran denke, ins Büro zu müssen, würde ihr schlecht und es käme öfters zu Durchfällen. Diese Probleme hätten sich derart ausgebreitet, dass sie mittlerweile fast nie mehr beschwerdefrei sei und eine ständige Angst und Anspannung ihr Leben beherrsche.

In der Therapie entdeckte die Klientin, dass sowohl ihr Vater, als auch später ein Lehrer (beide sehr streng), die Angewohnheit hatten, sich bei den Schularbeiten hinter sie zu stellen und sie – wie sie annahm – beim „Fehlermachen” beobachteten. Ihr Vater hatte damals seine kleine Firma aus einfachsten Verhältnissen mühsam aufgebaut. da durfte keine Fehlentscheidung getroffen werden und nichts schief gehen! Immer wenn die Klientin als Kind eine Entscheidung treffen wollte (z.B. betr. einer Geldausgabe) fragte er streng: „Hast du dir das auch wirklich gut überlegt?!” und sähte damit erhebliche Zweifel, Angst und Unsicherheit. Dieses Muster (ein Schema) wurde durch die Umgestaltung des Büros in der Klientin aktiviert und führte dann zu den Gefühlen erheblicher Zweifel, Angst und Unsicherheit.

Panik

Eine Klientin litt seit zwei Jahren an wiederkehrenden überwältigenden Gefühlen von Todesangst und Panik. Das erste Mal erlebte sie derartiges, als sie ihren geliebten Bruder, der überraschend einen Herzinfarkt erlitten hatte, auf der Intensivstation besucht habe. In ängstlich gespannter Nervosität hatte sie stundenlang warten müssen, bis sie zu ihm durfte. Ihr Bruder lag völlig leblos und bleich auf dem Bett. Da bekam sie schreckliche Angst und hatte das Gefühl gehabt, gleich ohnmächtig zu werden. Daher verließ sie fluchtartig das Zimmer. Seither hatte sie diese Gefühle bei jedem Kontakt mit der Familie des Bruders. Dann erlebte sie diese Zustände zusätzlich auch in Arztpraxen und Krankenhäusern, später auch in der Stadt, in Kaufhäusern und an Plätzen mit vielen Menschen. Aktuell konnte sie nicht mehr mit ihrer Tochter alleine zum Arzt und kaum noch alleine einkaufen gehen, weil sie befürchtete, hilflos zusammen zu brechen.

In der Therapie erarbeiteten wir zunächst, dass der Auslöser nicht in der Tatsache des nun wirklich lebensbedrohenden Herzinfakt des Bruders liegt, sondern in den unbewusst von der Klientin vorgenommen (unrealistischen) Bewertungen und Bedeutungen dieser Situation. Aufgrund dieser Fehl-Einschätzungen steigerte sich bisher die Klientin in angstvolle Befürchtungen hinein. Diese Befürchtungen führten zu den entsprechenden Körperreaktionen (Stresshormone, Botenstoffe), sodass sich die körperliche Selbstwahrnehmung der Klientin schlagartig änderte. Dies wiederum steigerte ihre Ängste. Ein verhängnisvoller, sich aufschaukelnder Kreislauf entstand.

Im verhaltenstherapeutischen Ansatz lernte die Klientin, ihre schlagartig aufkommenden Gefühle zu regulieren, ohne sie zu unterdrücken. Im weiteren Therapieverlauf erkannte die Klientin, dass ihre Mutter dazu neigte, bei jedem unerwarteten Fehlschlag oder größeren Missgeschick auf geradezu theatralische Weise so zu reagieren, als stünde nun eine existenziell bedrohliche Katastrophe bevor. Dann kam sofort der Vater herbie, um sie zu beruhigen und zu trösten. (Bildung eines Schema) Die Klientin hatte als Kind am Vorbild der Mutter gelernt (=für angstvolle katastrophierende Darstellungen erhält man Zuwendung) und sie hatte dieses Verhalten übernommen.

Therapie von Angst, Phobie, Panik

Bisher bekannte Therapieansätze beschränken sich auf kognitive Verhaltenstherapie einschließlich der Expositions-Therapie, bei der der Klient der Angst erzeugenden Situation unter schützender Begleitung des Therapeuten ausgesetzt wird sowie auf die Verordnung von Antidepressiva. Zwar liegen die Erfolgsraten bei tüchtigen Therapeuten zwischen 70% bis 85%, jedoch beträgt die Rückfallquote zwischen 25% und über 50%.
Anscheinend fehlen die ursächlichen Gesichtspunkte bei diesen Therapieformen, denn sonst wäre die Rückfallquote nicht so hoch.

Die Schematherapie fragt nicht nur nach den Bewältigungsstrategien, sondern auch danach, wie diese entstanden sind und ob diese eher Ausdruck von Überkompensation (Kampf) oder Vermeidung (Flucht) oder Erstarrung (sich fügen) sind. Auch geht es darum, welche Bedeutung jemand dem auslösenden und ursächlichen Ereignis gegeben hat und wie realistisch diese Bedeutung war.

In der Schematherapie kann z.B. eine besondere Form der Expositionstherapie angewendet: Gemäß dem psychischem Modell der drei ICH-Anteile wird das Kind-ICH und dessen Gefühle und Gedanken in der Exposition wie in einem Rollenspiel getrennt vom gesunden Erwachsenen-ICH betrachtet. Durch das Beobachten der „Inneren Dialoge” zwischen den ICH-Anteilen sowie die therapeutische Anleitung dazu, können die Ängste vermindert und schließlich meist ganz aufgelöst werden.
Eine weitere Möglichkeit ist die Bearbeitung des auslösenden Ereignisses im Rahmen einer Imaginations-Übung, innerhalb der eine konstruktive Lösung für die auslösende ursächliche Situation aber evtl. auch für die belastende Situation im heutigen Alltagsleben gefunden wird. Gerade bei Panik-Problemen oder bei überwältigend erlebten Ängsten setze ich hierbei auch die EMDR-Technik ein und nutze auch Ansätze aus der Psychoimaginativen Traumatherapie (PITT) nach Luise Reddemann.

Ich freue mich, dass ich die Schematherapie als meine therapeutische Kernkompetenz ausgewählt habe und daher aufgrund des breiten Anwendungsbereichs so viele Menschen dabei begleiten kann, sich aus Leid und schädlichen Entwicklungen zu befreien.

Das könnte Ihr nächster Schritt sein:

Vereinbaren Sie ein kostenloses und unverbindliches Erstgespräch mit mir in meiner Praxis: Tel.: 0741 - 440 74 67 — Falls Sie den Anrufbeantworter erwischen, bitte ich Sie, eine Nachricht mit Ihrer Rufnummer zurück zu lassen und einen Terminwunsch anzugeben, wann ich Sie am besten telefonisch erreichen kann. Ich rufe schnellstmöglich zurück!
Terminvereinbarungen per eMail sind nicht möglich, da zu einer effizienten Terminvereinbarung ein persönlicher Dialog gehört.