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Die Diagnose ADHS oder ADS ist meiner Ansicht nach ein Paradebeispiel für eine in der ICD-10 (=Internationaler Katalog aller Krankheiten) völlig oberflächlich beschriebenen Symptomatik. Sie ist derart unpräzise formuliert, dass auch „ganz normale“ Kinder die Diagnose ADS oder ADHS oder „Hyperaktivität” erhalten können. Zudem existieren zig Erklärungsversuche und Therapie-Ansätze für AD(H)S: Es soll genetisch bedingt sein, die Neurotransmitter / Botenstoffe sollen aus der Balance sein, es solll nur eine Verhaltensproblematik sein usw. — Aber was und wem soll man denn nun glauben?

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{slider Was ist eigentlich ADS / ADHS wirklich?}

Die heutzutage übliche Diagnostik von ADS und ADHS

Wie in der Einleitung gesagt, ist die Diagnostik gemäß der Symptombeschreibungen der ICD-10 völlig unzureichend und viel zu wenig trennscharf hinsichtlich dessen, was als „noch normal” und was als „gestört” = AD(H)S gelten soll. Daher verzeichnen wir in den letzten Jahren einen extremen Anstieg dieser Diagnosen, der nicht real begründbar ist.
Meiner Ansicht nach entsteht diese extreme Zunahme, weil sich in einer übertrieben leistungsbezogenen und perfektionistisch ausgerichteten Gesellschaft die Eltern um die Zukunft ihres Kindes viel mehr Sorgen machen als in früheren Zeiten. Die Eltern sorgen sich, weil ihr Kind zu Hause, im Kindergarten oder in der Schule in irgend einer Weise „irgendwie auffällig” geworden ist.
Aber seit wann ist schon derjenige, der „irgendwie auffällig“ ist, als „krank” oder „gestört” zu diagnostizieren? Eher ist ein Gesellschaftssystem als gestört oder krank zu bezeichnen, das die Individualität des Menschen einschränken und durch eine „Normalität” im Sinne von strengen Normen und Vorgaben reglementieren will. Menschen sind keine genormten Maschinen, sondern individuell!

Normen und enge Toleranzen sind im Rahmen der Industrialisierung immer wichtiger geworden, damit komplexe Technik zuverlässig funktioniert. Auch der Rahmen dessen, was gesellschaftlich als „sozial akzeptiert” angesehen wird, scheint mir ständig enger geworden zu sein (und nicht erst seit „Knigge”).
Außerdem: Je mehr Angst man vor Freiheit hat, desto mehr wählt man die Sicherheit, die dann durch Normen, Regeln und Gesetze sowie die Exekutive geschaffen und durchgesetzt werden soll. Normalität steht dann gleichbedeutend mit Sicherheit und Zuverlässigkeit – aber zugleich mit dem Verlust von Entfaltungs-Freiraum. Diese Logik endet in ihrer extremen Form im Faschismus! – (Genau also das,